status 2025 - der Jahresbericht der VolkswagenStiftung
Auch 2025 konnte die VolkswagenStiftung mit einer Gesamtfördersumme von 310 Mio. Euro vielversprechende Ideen in der deutschen Forschungslandschaft unterstützen. Hier finden Sie alle Zahlen, Daten und Fakten aus unserem Jahresbericht 2025.
Zahlen, Daten und Fakten im Überblick
Rechnungsprüfung
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG, Hannover, hat den Jahresabschluss 2025 der VolkswagenStiftung geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Stiftung
Die VolkswagenStiftung ist die wohl größte private Forschungsförderin und eine der großen Stiftungen in Deutschland. Ihr Zweck ist es, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Natur-, Lebens- und Technikwissenschaften in Forschung und Lehre zu unterstützen. Sie wurde von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Niedersachsen vor mehr als 60 Jahren als eine eigenständige gemeinnützige Stiftung privaten Rechts gegründet. Ihren Sitz hat sie in Hannover.
Kapital und Fördermittel
Das Stiftungskapital beträgt aktuell rund 4,3 Mrd. Euro. Die zur Verfügung stehenden Fördermittel stammen aus der Anlage dieses Vermögens und kommen hauptsächlich dem Bereich "Allgemeine Förderung" zugute. Daneben gibt es Gewinnansprüche (hauptsächlich Dividenden) auf 30,2 Millionen Volkswagen-Treuhandaktien des Landes Niedersachsen. Diese Fördermittel werden in dem Programm zukunft.niedersachsen bewilligt, das von der Stiftung und dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium gemeinsam geführt wird.
Strategie
Vier Profilbereiche strukturieren das Förderportfolio:
- Exploration,
- Gesellschaftliche Transformationen,
- Wissen über Wissen – Reflexion und Praxis der Wissenschaften,
- zukunft.niedersachsen.
Übergreifend bietet die Stiftung verschiedene Förderungen im Bereich Wissenschaftskommunikation an.
Förderkonzept
Die Stiftung hat für ihre Förderpraxis vier Leitlinien entwickelt.
- Impulsgebend: Die Stiftung strebt mit innovativen Pilotprojekten eine Vorreiterrolle an.
- Risikobereit: Sie schafft Experimentierräume – auch für kommende Spitzenforschende.
- Grenzüberschreitend: Transnationale, inter- und transdisziplinäre Projekte sind Kernmerkmale der Förderung.
- Strukturgestaltend: Förderung soll nachhaltige Wirkung erzeugen, welche die Stiftung systematisch analysiert, auch um ihr Know-how anschließend mit anderen zu teilen.
Nachhaltig investieren
Schon seit 2011 berücksichtigt die Stiftung bei der Vermögensanlage Aspekte der Nachhaltigkeit. Der gesamte Aktien- und Rentenbestand wird laufend dahingehend analysiert, ob ESG-Kriterien eingehalten werden. ESG definiert einen Standard, anhand dessen sich prüfen lässt, wie nachhaltig ein Unternehmen aufgestellt ist. Die Herausforderung für die Stiftung ist es, mit ihrer Anlagestrategie einen möglichst hohen Nachhaltigkeitsgrad zu erzielen – ohne den Auftrag zu gefährden, den die Satzung vorgibt: das Vermögen so ertragreich wie möglich anzulegen.
Organisation
Gegenwärtig beschäftigt die VolkswagenStiftung 115 Mitarbeitende, überwiegend in den drei Abteilungen Förderung, Vermögensanlage, Finanzen und Verwaltung. Vier Stabsstellen berichten direkt an den Vorstand Dr. Georg Schütte, der die Stiftung leitet. Aufsichts- und Kontrollgremium ist das Kuratorium mit 14 Persönlichkeiten aus der Wissenschaft und anderen Bereichen der Gesellschaft.
zukunft.niedersachsen
Mit einem eigenen Förderprogramm entwickeln Stiftung und Landesregierung gemeinsam Forschung und Lehre in Niedersachsen. Das Ziel von zukunft.niedersachsen ist es, den Wissenschaftsstandort im nationalen und internationalen Wettbewerb deutlich sichtbarer zu machen. Im Fokus stehen qualitätsgesicherte Auswahlprozesse und die laufende Identifizierung zukunftsorientierter Forschungsfelder. Gegenwärtig werden drei Schwerpunkte gezielt gefördert: Digitalität, Transformation und Forschungsexzellenz.
Geschichte
Ihre Existenz und ihren Namen verdankt die Stiftung einem Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Niedersachsen von 1961: Mit dem Erlös aus der Privatisierung des Volkswagenwerks gründeten sie die Stiftung, die 1962 in Hannover ihre Arbeit aufnahm: als unabhängige, private und gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts – und nicht als Unternehmensstiftung.
Neues aus der Stiftung
Wissenschaftsfreiheit verteidigen
Die VolkswagenStiftung sieht sich als bedeutende Forschungsförderin in der Verantwortung, die Resilienz des Wissenschaftssystems angesichts multipler Herausforderungen zu stärken. Ein Instrument dafür sind Projektförderungen, wie jene des Academic Freedom Index (seit 2021), der jedes Frühjahr den Grad der Wissenschaftsfreiheit weltweit misst und eine sich dramatisch beschleunigende Verschlechterung diagnostiziert. Ein weiteres Instrument sind Veranstaltungen, wie die prominent besetzte Expert:innenrunde mit dem Fokus "Academia under attack" beim internationalen Wissenschaftsevent Falling Walls in Berlin. Auch 2026 wird die Stiftung mit Aktivitäten zu diesem Thema präsent sein.
Der Grad der Wissenschaftsfreiheit liegt auf einer Skala von 0–1. Mit 0,08 Punkten zählt Ägypten zu den Schlusslichtern.
Neue Förderangebote (2025)
- Forschung über Wissenschaft: Stärkung universitärer Zentren
Dieses Förderangebot unterstützt Zentren für Wissenschaftsforschung bei der Entwicklung eines zukunftsweisenden Strategiekonzepts. - Navigating a Transforming World Order: Fellowships on Security and Technology
Die Ausschreibung richtet sich an junge Postdoktorand:innen, die aus einer europäischen Perspektive zum Nexus Sicherheit und Technologie forschen. - Transatlantische Brückenprofessuren
Das Förderangebot adressiert international renommierte Professor:innen aus den Geistesund Gesellschaftswissenschaften, die aktuell in den USA tätig sind und gleichzeitig in den USA sowie in Deutschland arbeiten möchten. - Transformationswissen über Demokratien im Wandel – transdisziplinäre Perspektiven
Das Förderangebot wird zurzeit evaluiert. Stichtag war 09.09.2025. - Impulse für das Wissenschaftssystem: Strategische Experimentierräume – Hochschulentwicklung braucht Flexibilität
Derzeit keine Antragstellung möglich. Stichtag war 30.09.2025. - Themenwoche Multiple Crises – Strained Resources
Forschende aus den Wirtschaftswissenschaften und angrenzenden Teildisziplinen diskutieren den Rückgang von finanziellen, materiellen und humanen Ressourcen in der Gesellschaft und entwickeln Lösungsansätze. (Ausschreibung beendet; nächste Themenwoche April 2026.)
Innovationsrat Niedersachsen
Wie können gute Ideen schneller aus der Forschung in die Praxis gelangen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Innovationsrat Niedersachsen. Elf internationale Fachleute betrachten das Land aus externer Perspektive: Wo liegen die Stärken, wo bremst Bürokratie, wo entstehen neue Chancen? Das Gremium wurde von der Landesregierung für eine Dauer von 18 Monaten berufen. Den Vorsitz führt Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung. Im Sommer 2026 präsentiert der Innovationsrat seine Empfehlungen, wie die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik produktiver gestaltet werden kann, um Niedersachsen als Innovationsstandort zu stärken.
Auftakttreffen des Innovationsrats im Juli 2025
Neue Förderangebote zukunft.niedersachsen (2025)
- Lower Saxony – Scotland Research and Innovation Scheme: Stream II – Excellence Track
Das Programm bietet niedersächsischen und schottischen Wissenschaftler:innen die Möglichkeit, für gemeinsame Forschung Drittmittelanträge vorzubereiten (insbesondere bei Horizon Europe). - Hannah Arendt Fellowships
Die Hannah Arendt Fellowships ermöglichen herausragenden internationalen Forschenden aus den Geistes-, Kulturund Sozialwissenschaften sechsmonatige
Forschungsaufenthalte in Niedersachsen. - KI-Forschungsgruppen Niedersachsen
Künstliche Intelligenz ist von zentraler Bedeutung für das niedersächsische Wissenschaftssystem. Die Ausschreibung verbindet die Ziele einer Personenförderung mit der KI-Methodenweiterentwicklung. - Campus International – Pilotvorhaben zur Gewinnung internationaler Studierender
Um einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten und die akademische Vielfalt und Leistungsfähigkeit der niedersächsischen Hochschulen zu erhöhen, werden Pilotvorhaben zur Gewinnung internationaler Studierender unterstützt.