Globale Herausforderungen – Pandemieprävention: die Rolle von Mensch-Umwelt-Beziehungen

Fachgebiet: alle Fachgebiete
Förderart: internationale Kooperationsvorhaben
bis zu 1,5 Mio. Euro
bis zu 4 Jahre
Interdiszipl. Teams: Geistes- oder Sozialwissenschaftler:innen in Kooperation mit Natur-, Lebens- oder Ingenieurwissenschaftler:innen sowie Stakeholdern
Beteiligung von 3-5 Forschenden aus mind. 3 Ländern (davon mind. eine Person einer dt. Universität/Forschungseinrichtung und mind. 2 Personen von Institutionen aus 2 Ländern mittleren und geringen Einkommens außerhalb Europas)
Stichtag:

(12:00 Uhr MEZ)

Market women offer fried rats
Der Handel mit Wildtieren, z. B. von Ratte oder Fledermaus, birgt große Gesundheitsrisiken. Fast alle gefährlichen Infektionskrankheiten der vergangenen Jahre wurden von Tieren auf den Menschen übertragen. (Foto: ssviluppo - stock.adobe.com)

Ziel der Initiative

Diese Ausschreibung ist Teil der internationalen Förderinitiative "Globale Herausforderungen – Integration unterschiedlicher Perspektiven", die darauf abzielt, neue Erkenntnisse zu bisher wenig erforschten Herausforderungen globaler Relevanz zu generieren. Formal werden unter diesem Förderangebot verschiedene Ausschreibungen zusammengefasst, die zwar unterschiedlicher inhaltlicher Ausrichtung sind, sich jedoch alle an Themen orientieren, die im Rahmen der "Sustainable Development Goals" der Vereinten Nationen als globale transformatorische Herausforderungen charakterisiert werden. Mit der Initiative wird die internationale Zusammenarbeit zwischen Forschenden aus unterschiedlichen Regionen der Welt stimuliert und gestärkt – insbesondere in Konstellationen, die sich bislang eher selten zusammenfinden.

Thematische Ausschreibung: "Globale Herausforderungen - Pandemieprävention: die Rolle von Mensch-Umwelt-Beziehungen" 

Gesellschaft und Natur sind zwei eng miteinander verwobene Systeme, die sich gegenseitig beeinflussen und verändern; dies hat nicht zuletzt die COVID-19 Pandemie unterstrichen. Um die Entstehung und Verbreitung von übertragbaren Krankheiten wie Zoonosen besser vorhersagen oder gar verhindern zu können, bedarf es daher eines tieferen Verständnisses der Komplexität und Dynamik von Mensch-Umwelt-Beziehungen und der Zusammenhänge zwischen der Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt. Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen, sind beispielsweise: Welches sind die strukturellen Treiber hinter der Entstehung und Verbreitung von Zoonosen? Oder: Wie beeinflusst die Wahrnehmung des Verhältnisses eines Menschen zu seiner Umwelt sein Verhalten? Und was können wir daraus lernen, nicht nur auf einer akademischen Ebene, sondern ganz praktisch auch für die Gestaltung von Transformationsprozessen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren und gesünderen Welt?

Um komplexe Mensch-Umwelt-Beziehungen bearbeiten und transformatives Wissen generieren zu können, bedarf es der Zusammenführung verschiedener Perspektiven und Wissensquellen (samt dahinterliegender Werte). Daher sollten Projektkonsortien integrativ unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen zusammenbringen und als Teams von Wissenschaftler:innen und gesellschaftlichen Akteur:innen arbeiten. 

Förderangebot

Unterstützt werden eng kooperierende interdisziplinäre Forschungsgruppen von drei bis fünf Forschenden, die ihre Projekte in transdisziplinärem Ansatz gemeinsam mit gesellschaftlichen Vertreter:innen konzipieren und durchführen. Neben einer/einem Antragstellenden aus einer Universität oder Forschungseinrichtung in Deutschland müssen mindestens zwei Wissenschaftler:innen aus akademischen Institutionen in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen beteiligt sein. Für die geförderten Projekte stehen jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro für bis zu vier Jahre zur Verfügung. 

Um die mögliche Wirkung der Projekte zu erhöhen, plant die Stiftung, die Geförderten eng zu vernetzen. Indem beispielsweise Schnittmengen identifiziert, Methoden konsolidiert oder prognostische Potentiale reflektiert werden, sollen Ergebnisse der Fallstudien zusammengeführt und nutzbar gemacht werden.

Weitere Informationen zu den Ausschreibungsbedingungen sowie zur Antragstellung finden sich unter Information zur Antragstellung 116d (pdf) sowie den dazugehörigen FAQs (pdf).

Hintergrund

Die Initiative "Globale Herausforderungen" wurde 2017 eingerichtet. Sie zielt darauf ab, Forschung zu drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu ermöglichen. Es gibt insgesamt vier thematische Ausschreibungen, die z. T. in Kooperation mit anderen großen europäischen Stiftungen angeboten werden. Informationen zu den weiteren Themen finden sich hier: "Globale Herausforderungen – Integration unterschiedlicher Perspektiven zu sozialer Ungleichheit", "Globale Herausforderungen – Integration unterschiedlicher Perspektiven zu Erbe und Wandel" und "Globale Herausforderungen – Mobility: Global Medicine and Health Research". 

Das Angebot ist Teil des Stiftungs-Profilbereichs Gesellschaftliche Transformationen.