Globale Herausforderungen – Integration unterschiedlicher Perspektiven zu sozialer Ungleichheit

Fachgebiet: Gesellschaftswissenschaften
Förderart: internationale Forschungsprojekte
bis zu 1,5 Mio. Euro
max. 4 Jahre
Forschergruppen, die sich mit Themen sozialer Ungleichheit befassen
Voraussetzungen: Neben Wissenschaftler(inne)n aus Europa müssen Forscher(innen) aus Ländern mit niedrigem bzw. mittlerem Einkommen sowie außerhalb Europas beteiligt sein
Zusatzleistungen: Förderung von Wissenschaftsvermittlung und –kommunikation
Stichtag:
Slum in front of modern skyscrapers of the Makati financial and business district in Manila, Philippines. (Fotography:
Slum vor der Skyline des Bankenviertels Makati City in der Philippinischen Hauptstadt Manila (Foto: Friedrich Stark / Alamy Stock Photo)

Ziel der Initiative

Diese Ausschreibung ist Teil des internationalen Förderprogramms "Global Issues – Integrating different Perspectives", das darauf abzielt, neue Erkenntnisse zu bisher wenig erforschten Herausforderungen globaler Relevanz zu generieren. Formal werden unter diesem Förderangebot verschiedene Ausschreibungen zusammengefasst, die zwar unterschiedlicher thematischer Ausrichtung sind, sich jedoch alle an Themen orientieren, die im Rahmen der "Sustainable Development Goals" der Vereinten Nationen als globale Herausforderungen mit besonderem Handlungsbedarf charakterisiert wurden. Mit dem Programm "Global Issues" möchten die Stiftungen internationale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Regionen der Welt stimulieren und stärken. Dabei sollen auch neue Kooperationsbeziehungen etabliert und Netzwerke erschlossen werden.

Thematische Ausschreibung: Globale Herausforderungen – Integration unterschiedlicher Perspektiven zu sozialer Ungleichheit 

Die grundsätzlich positive wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat sich – entgegen herrschender Erwartungen – nicht in vergleichbarem Umfang in einem Rückgang sozialer Ungleichheit widergespiegelt. Immer noch erfahren weltweit Millionen von Menschen im alltäglichen Leben die Folgen bestehender Disparitäten und sind beispielsweise von Bildungschancen, Gesundheitsversorgung oder gesellschaftlicher  und politischer Teilhabe ausgeschlossen. Vor dem Hintergrund des Fortbestands sozialer Ungleichheiten wurden zahlreiche Versuche unternommen, ihre Treiber zu verstehen, ihre Auswirkungen zu begrenzen und Maßnahmen zu entwickeln, die zu einem höheren Maß an Gleichheit und Gerechtigkeit verhelfen sollten. 
Mit der auf soziale Ungleichheit fokussierten Ausschreibung sollen Transferprozesse bzw. die Stabilität sozialer Ungleichheit thematisiert werden. Die beteiligten Stiftungen laden insbesondere zu solchen Projekten ein, die einen der folgenden Aspekte in den Blick nehmen:

  • Institutionen und Netzwerke 
  • Ressourcenverteilung und Erbe 
  • Technologischer Wandel und Digitalisierung:  soziale, politische und ökonomische Auswirkungen 
  • Sozio-ökologische Ungleichheitsprozesse

Die Stiftungen ermutigen dazu, ebensolche Aspekte in den Blick zu nehmen, die Innovationspotenzial versprechen, und fordern zu innovativen Herangehensweisen (etwa in Bezug auf Theoretisierungen oder Kontextualisierungen) auf.

Förderangebot

Das Förderangebot richtet sich vornehmlich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Gesellschaftswissenschaften, wobei eine Projektbeteiligung anderer Disziplinen möglich ist. Unterstützt werden internationale Forschergruppen, in denen bis zu fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenarbeiten. Neben einem Projektpartner/einer -partnerin in einem europäischen Hocheinkommensland (es wird empfohlen, jemanden aus einem derjenigen Länder einzubinden, in denen eine der beteiligten Stiftungen beheimatet ist) müssen zwei Partner aus Ländern niedrigem bzw. mittlerem Einkommens beteiligt sein. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass neben Forscherinnen und Forschern aus Europa Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mindestens einer weiteren Weltregion am Projekt mitarbeiten.

Für bis zu vierjährige Kooperationsvorhaben unter Beteiligung von bis zu fünf Partnern können Personal- und Sachmittel bis zu einer Höhe von 1,5 Mio. EUR beantragt werden. 

Weitere Informationen zu den Ausschreibungsbedingungen sowie zur Antragstellung finden sich unter Information zur Antragstellung 116 (pdf)

Hintergrund

Die Initiative "Globale Herausforderungen" wurde 2017 eingerichtet. Sie zielt darauf ab, Forschung zu drängenden (und globalen) gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu ermöglichen. Dies ist die erste thematische Ausschreibung und ein gemeinsames Förderangebot von Compagnia di San Paolo (Italien), Novo Nordisk Fonden (Dänemark), Riksbankens Jubileumsfond (Schweden) und der VolkswagenStiftung (Deutschland). Darüber hinaus sind Ausschreibungen zu weiteren Themenfeldern – mit unterschiedlicher disziplinärer Ausrichtung – in der Planung.