Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften / Key Issues for Research and Society

Bewilligungen / Grants 2009

Subjektkonstruktionen und digitale Kultur. Neue Subjektformen im Wechselspiel mit soziokulturellen Praktiken im Cyberspace (SKUDI)

Bewilligung: 07.04.2009  Laufzeit:  3 Jahre

Surfen, chatten, online-banking und einkaufen: Das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und prägt die Gegenwartsgesellschaft. Alte Sicherheiten und die Verbindlichkeit tradierter Normen und Werte nehmen ab - was bedeutet dieser Wandel für das Subjekt und seine Lebenswelt? Im Zentrum des interdisziplinären Projekts stehen junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren, also die erste Generation, die potenziell von Kind auf mit digitalen Medien konfrontiert war. Vier Teilprojekte fächern das Thema auf: Teilprojekt 1 erarbeitet ein Tableau unterschiedlicher Facetten des Subjektbegriffes, das als Interpretations- und Auswertungsfolie für die drei empirischen Teilprojekte fungieren kann. Teilprojekt 2 stellt die webbasierte Erwerbsarbeit ins Zentrum. Was kennzeichnet die sogenannte "digitale Bohème", die ohne feste institutionelle Einbindung von zu Hause oder mobil aus dem Internet arbeitet? Teilprojekt 3 untersucht deutsche, englischsprachige arabische und US-amerikanische Kommunikationsräume im Internet (z.B. Diskussionsforen, Weblogs), in denen Werte und Lebensstile diskutiert werden. Teilprojekt 4 richtet sich auf das Lernen mit digitalen Medien. Inwieweit stärken solche neuen Lernumgebungen die Selbstwahrnehmung als handelndes und reflektierendes Subjekt?

Technische Universität Hamburg-Harburg
Arbeitswissenschaft und Gender Studies
Arbeit - Gender - Technik (M-1)
Prof. Dr. Gabriele Winker

Universität Münster
Fachbereich 6: Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften
Institut für Soziologie
Priv.-Doz. Dr. Raphael Beer

Universität Klagenfurt
Fakultät für Kulturwissenschaften
Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft
Arbeitsbereich Neue Medien - Technik - Kultur
Prof. Dr. Dr. Christina Schachtner
ÖSTERREICH

Universität Bremen
Fachbereich Mathematik/Informatik
Arbeitsgruppe 'Digitale Medien in der Bildung' (DiMeB)
Prof. Dr. Heidi Schelhowe

Ansprechpartner:
Technische Universität Hamburg-Harburg
Arbeitswissenschaft und Gender Studies
Arbeit - Gender - Technik (M-1)
Prof. Dr. Gabriele Winker
Schwarzenbergstraße 95
21071 Hamburg
Tel.: 040 42878 2788
Fax: 040 42878 2081
Homepage: http://www.tu-harburg.de/agentec/winker/index.html

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Gutes Leben im hohen Alter angesichts von Verletzlichkeit und Endlichkeit - eine Analyse von Altersbildern in öffentlichen Diskursen und Alltagspraktiken

Bewilligung: 07.04.2009  Laufzeit:  3 Jahre

Die Deutschen werden immer älter und der demografische Wandel ist im öffentlichen Bewusstsein präsent. Doch während für die "jungen Alten" zwischen 60 und 80 Jahren durchaus Chancen und Potenziale diskutiert werden, überwiegen im Altersbild der Menschen jenseits der 80 Jahre die Angstszenarien. Dieser Fokussierung auf den Defizitgedanken, der von vornherein ausschließt, dass in Anbetracht von Verletzlichkeit und Endlichkeit im hohen Alter überhaupt von einem guten und gelingenden Leben gesprochen werden kann, möchte das Forscherteam entgegen treten. Hierzu untersuchen die Forscher zunächst aus philosophisch-anthropologisch-gerontologischer Perspektive, welche Vorstellungen über das hohe Alter sich in gegenwärtigen Diskursen finden, etwa in Fernsehserien, in Lehr- und Handbüchern für Fachkräfte in Medizin und Pflege oder in Ratgebern. Die Ergebnisse sollen dann mit einer ausgewählten Anzahl von alten Menschen und Praktikern diskutiert werden. Lassen sich Übereinstimmungen zum Alltagserleben finden? Drittens möchte das Team Handlungsempfehlungen ausarbeiten, die eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Alter und Altern unterstützen sollen. Hierzu sind mehrere Publikationen geplant, unter anderem ein Ethik-Handbuch, das auch für junge Leser und den Schulunterricht geeignet sei soll.

Technische Universität Dresden
Philosophische Fakultät
Institut für Philosophie
Prof. Dr. Thomas Rentsch

Universität Heidelberg
Fakultät für Verhaltens- und Empirische
Kulturwissenschaften
Institut für Gerontologie
Prof. Dr. Andreas Kruse

Universität Marburg
Philosophische Fakultät
Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft
Prof. Dr. Harm-Peer Zimmermann

Ansprechpartner:
Technische Universität Dresden
Philosophische Fakultät
Institut für Philosophie
Prof. Dr. Thomas Rentsch
Postfach
01062 Dresden
Tel.: 0351 463 32850
Fax: 0351 463 37221
Homepage: http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/iph

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animal emotionale II - Existentielle Gefühle, Psychopathologie und die Reichweite evolutionärer Erklärungen

Bewilligung: 06.04.2009  Laufzeit:  3 Jahre

Der Mensch ist ein emotionales Wesen. Gefühle prägen sein Erleben, Denken, Entscheiden und Handeln: Von dieser Grundthese geht das Forscherteam aus und will sich in Projektphase II den sogenannten "existenziellen Gefühlen" widmen. Diese unterscheiden sich von Basisemotionen wie Angst oder Ekel darin, dass sie einen qualitativen Bezug zur Welt als Ganzes vermitteln. Sichtbar werden diese "existenziellen Gefühle" vor allem dann, wenn sie gestört sind. Die Forscher werden erstens eine analytisch orientierte Systematik existentieller Gefühle ausarbeiten und dabei Einsichten der Psychopathologie berücksichtigen. Zum zweiten soll aus neurowissenschaftlicher Sicht geklärt werden, wie existenzielle Gefühle empirisch zugänglich gemacht werden können; dazu will man exemplarisch eine bildgebende Studie mit Patienten mit Derealisationssyndrom durchführen. Drittens wird die Erklärungskraft evolutionärer Erklärungen für Emotionen im Allgemeinen und für Angst und Ekel im Besonderen überprüft. Handelt es sich bei existenziellen Gefühlen um eine spezifisch menschliche Kategorie oder finden sich Äquivalente auch bei Tieren? In einem empirischen Teilprojekt werden schließlich die neuronalen Korrelate des Erlebens von Angst und Ekel bei Gesunden und Patienten mit Spinnen- bzw. Blutphobie untersucht.

Universität Osnabrück
Fachbereich Humanwissenschaften
Institut für Kognitionswissenschaft
Prof. Dr. Achim Stephan

Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Abteilung für Medizinische Psychologie
Abteilungsdirektor
Prof. Dr. Dr. Henrik Walter

Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Abteilung für Medizinische Psychologie
Dr. Susanne Erk

Universität Osnabrück
Institut für Kognitionswissenschaft
Prof. Dr. Sven Walter

Ansprechpartner:
Universität Osnabrück
Fachbereich Humanwissenschaften
Institut für Kognitionswissenschaft
Prof. Dr. Achim Stephan
Postfach 44 69
49069 Osnabrück
Tel.: 0541 969 3359
Fax: 0541 969 3381
Homepage: http://www.animal-emotionale.de/stephan.htm

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