Begutachtung / Peer Review

Es entspricht seit jeher dem Selbstverständnis der VolkswagenStiftung, nachvollziehbare und tragfähige Förderentscheidungen zu treffen. Diese sind nicht denkbar ohne ein adäquates Begutachtungsverfahren, das unverzichtbarer Bestandteil unserer guten Stiftungspraxis ist. Für die VolkswagenStiftung ist die externe Begutachtung das wichtigste Instrument, um die Qualität ihrer Förderentscheidungen zu sichern. Dabei kommt es ihr auf die Transparenz der Begutachtungsverfahren und die Professionalität aller an der Antragsprüfung Beteiligten an.

 

Wenn ein eingereichtes Forschungsvorhaben den Kriterien der jeweiligen Ausschreibung genügt, bittet die Stiftung ausgewiesene Fachleute einzeln oder in Gutachterkreisen um eine Einschätzung als Entscheidungsgrundlage für das Kuratorium oder den Generalsekretär. Ohne diese externen Fachleute wäre eine seriöse Prüfung der über tausend jährlich eingehenden Antragsskizzen und Anträge nicht möglich. Unser Dank gilt jenen rund 1000 ehrenamtlich tätigen Gutachterinnen und Gutachtern – davon etwa ein Drittel aus dem Ausland –, die jedes Jahr die Stiftung bei ihrem Begutachtungsverfahren unterstützen!

Seit 2017 erprobt die VolkswagenStiftung ein neues, teil-randomisiertes Auswahlverfahren für Projektanträge: In ihrer Förderlinie "Experiment!" werden nicht nur Projekte von einer unabhängigen Jury ausgewählt, sondern zusätzlich weitere Vorhaben aus den zum Programmziel passenden und qualitativ uneingeschränkt förderbaren Anträgen ausgelost.

Die Stiftung achtet bei der Gutachterauswahl nicht nur auf Expertise, sondern auch darauf, Voreingenommenheit – im positiven wie negativen Sinne – auszuschließen. Gutachten kommen beispielsweise nicht aus derselben wissenschaftlichen Einrichtung oder Fakultät wie der Antrag. Auch Wissenschaftler(innen), von denen ein Antrag bei der Stiftung vorliegt oder deren Antrag kürzlich abgelehnt wurde, werden in der Regel nicht angesprochen. 

Die Gutachter(innen) behandeln die ihnen übermittelten Anträge vertraulich und leiten sie nicht an Dritte weiter. Ebenso wahrt die Stiftung hinsichtlich der Begutachtung strikte Vertraulichkeit, um gerade auch in problematischen Fällen ein offenes Votum zu ermöglichen. Wenn im Einzelfall Auszüge aus Gutachten mitgeteilt werden, um darauf eingehen zu können, so geschieht das in anonymisierter Form.

Für den Begutachtungsprozess hat die Stiftung Regeln guter Praxis aufgestellt, deren Einhaltung für die Gutachterinnen und Gutachter bindend ist.