Experiment! – Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen (beendet)

Fachgebiet: Natur-, Ingenieur-, und Lebenswissenschaften
Förderart: Forschungsprojekt
bis zu 120.000 Euro (flexibel einsetzbar)
max. 18 Monate
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen nach der Promotion in Deutschland, internationale Partner möglich
Kurzantrag; anonymisierte Juryauswahl sowie per Los (als Testphase)
Zusatzleistungen: Förderung von Wissenschaftsvermittlung und -kommunikation
A tightrope walker in smock with jar balances over a rope
Den ersten Schritt wagen: Die Förderinitiative "Experiment!" unterstützt radikal neue und riskante Forschungsideen. (Illustration: Nicolás Aznárez für VolkswagenStiftung)

Ziel

Die Exploration ausgesprochen gewagter Forschungsideen, die etabliertes Wissen grundlegend herausfordern, unkonventionelle Hypothesen, Methodik oder Technologien etablieren wollen oder ganz neue Forschungsrichtungen in den Blick nehmen, wird derzeit kaum über das in Deutschland etablierte Förderangebot berücksichtigt. Hier setzt die Förderinitiative "Experiment!" an, mit der die VolkswagenStiftung grundlegend neue Forschungsvorhaben mit ungewissem Ausgang in der Startphase unterstützt. Ein Scheitern des Konzeptes und unerwartete Befunde werden als Ergebnis akzeptiert.

Förderangebot

Das Angebot richtet sich an Forschende aus den Natur-, Ingenieur-, und Lebenswissenschaften (einschließlich unmittelbar benachbarter Disziplinen aus den Verhaltenswissenschaften), die eine radikal neue und riskante Forschungsidee austesten möchten. Sie erhalten die Möglichkeit, während einer auf 120.000 Euro und 18 Monate begrenzten explorativen Phase erste Anhaltspunkte für die Tragfähigkeit ihres Konzeptes zu gewinnen. Gegen Ende der Förderung wird die Entwicklung der Projekte bei einem von der Stiftung veranstalteten "Forum Experiment!" betrachtet.

Als Antrag genügt eine kurze Skizze. In der Begutachtung geht die Stiftung einen völlig neuen Weg. Zuerst werden die rund 120-140 passendsten Anträge hausintern vorausgewählt. Eine interdisziplinäre Wissenschaftsjury bewertet nur diese anonymisierten Ideen (doppel-blind) und schließt qualitativ ungenügende Anträge aus. Aus dem Pool von Anträgen, die den Programm- und Qualitätskriterien genügen, wählt die Jury die überzeugendsten Anträge aus (ca. 15-20 Bewilligungen). Anschließend werden per Los ebenso viele Anträge gezogen (weitere 15-20 Bewilligungen). Auf diese Weise erhalten auch Ideen, die ansonsten leicht übersehen werden, eine Chance. Das Losverfahren als neues Auswahlelement und das gesamte Vorgehen werden begleitend evaluiert. 

Weitere Informationen zur Förderinitiative sowie zur Antragstellung finden sich unter Information zur Antragstellung (pdf). Bitte beachten Sie unbedingt auch unsere Hinweise zu häufig gestellten Fragen in den FAQs. Anträge werden in elektronischer Form über das Antragsportal eingereicht.

Hintergrund

Nach 8 erfolgreichen Ausschreibungsrunden ist die Förderinitiative "Experiment!" inzwischen beendet. Die Initiative erfreute sich mit insgesamt 5.051 Anträgen einer außerordentlichen Resonanz. In 2017 hat die Stiftung eine teilrandomisierte Auswahl (d.h. zusätzliche Entscheidung per Los) eingeführt; noch bis Ende 2022 wird dazu eine Begleitforschung von EVACONSULT, Berlin, durchgeführt.