Weltordnung im Umbruch: VolkswagenStiftung fördert neue Impulse für die Sicherheitsforschung
Die Analyse der militärischen Lage allein reicht nicht aus, um die aktuellen und künftigen Risiken für den Weltfrieden zu deuten. Mit der Förderinitiative "Navigating a Transforming World Order" fördert die Stiftung eine neue Generation von Expert:innen, die Sicherheitsforschung und gesellschaftliche Praxis verbinden.
Die Weltordnung wandelt sich gegenwärtig mit atemraubendem Tempo. Bisherige Sicherheitsarchitekturen erodieren, neue Machtkonstellationen erwachsen. Eine fragmentierte globale Landschaft entsteht, in der eine Fülle geopolitischer, ökologischer, gesellschaftlicher und technologischer Transformationen die Stabilität und den Fortschritt gefährden.
Um sich überschneidende Krisen analytisch zu beschreiben und Handlungsoptionen zu entwickeln, braucht es eine neue Generation von Sicherheitsforschenden, die multiperspektivisch arbeiten und sektorale Grenzen überwinden, um die größeren Zusammenhänge zu erkennen und zu deuten – Expertinnen und Experten an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und gesellschaftlicher Praxis.
Mit dem neuen Förderangebot "Navigating a Transforming World Order" adressiert die VolkswagenStiftung diese Lücke. Gefördert werden in der ersten Ausschreibungsrunde "Fellowships on Security and Technology". Bewerben können sich Postdoktorand:innen bis zu fünf Jahre nach der Promotion, die mit einer klar europäischen Perspektive zum Nexus Sicherheit und Technologie forschen und den Brückenschlag zu Politikberatung und gesellschaftlicher Praxis leisten. Die Ausschreibung ist disziplinär offen: von Sozial- und Geisteswissenschaften über Technik- und Naturwissenschaften bis hin zur Informatik. Entsprechend vielfältig sind die denkbaren Forschungsschwerpunkte: etwa Künstliche Intelligenz und neue (Bio-)Technologien, aber auch Rüstungskontrolle und Verteidigung, Macht und Ethik.
Dr. Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung: "Zukunftsfähige Sicherheitsforschung bringt Erkenntnisse und Methoden aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen zusammen. Aufenthalte in Think Tanks, Ministerien und internationalen Institutionen werden dazu beitragen, den gesellschaftlichen Nutzen der geförderten Projekte zu erhöhen."
"Fellowships on Security and Technology" auf einen Blick:
- Förderdauer: bis zu 3 Jahre (24 Monate Forschung + 12 Monate Praxis- und Kommunikationsaktivitäten, flexibel integrierbar)
- Fördersumme: bis zu 450.000 Euro pro Fellowship
- Zielgruppe: Postdoktorand:innen bis 5 Jahre nach der Promotion, alle Disziplinen, paneuropäische Perspektive
- Förderart: Postdoctoral Fellowships mit kohortenübergreifendem, europäischen Rahmenprogramm (u. a. Mentoring, Netzwerke, Aufenthalte in Think Tanks/internationalen Institutionen)
Weitere, jährliche Fellowship-Runden werden voraussichtlich die Themen "Sicherheit + Ökonomie" und "Sicherheit + Neue Partnerschaften" adressieren. Außerdem geplant: Eine erste Ausschreibung für Forschungsgruppen Ende 2026, die sich an etablierte Wissenschaftler:innen richtet, und die Weiterentwicklung des Rahmenprogramms mit europäischen Partner:innen.