VolkswagenStiftung setzt auf Struktur: Neue Förderung stärkt Wissenschaftsforschung an Universitäten
Wie Wissenschaft organisiert, bewertet und gesteuert wird, ist längst selbst zu einem zentralen Forschungsgegenstand geworden. Angesichts wachsender Erwartungen an Transparenz, Qualitätssicherung und gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft stärkt die VolkswagenStiftung nun gezielt die Forschung über Wissenschaft an deutschen Universitäten. Etablierte Zentren können bis zu einer Million Euro Förderung erhalten.
Mit der neuen Förderlinie "Forschung über Wissenschaft: Stärkung universitärer Zentren" setzt die Stiftung auf eine langfristige strukturelle Förderung. Ziel ist es, die Wissenschaftsforschung in Deutschland als interdisziplinäres, multi-methodisch arbeitendes und international vernetztes Forschungsfeld weiter zu profilieren und ihre Fähigkeit zu stärken, Orientierungswissen für wissenschaftspolitische Entscheidungen bereitzustellen. Bereits in der Bewerbung müssen die Hochschulleitungen eine langfristige Perspektive zusagen.
Strategiewechsel in der Förderung
Bislang förderte die VolkswagenStiftung im Rahmen der Initiative "Forschung über Wissenschaft" vor allem zeitlich begrenzte Kooperationsprojekte. Die neue Förderlinie markiert nun einen bewussten Strategiewechsel: weg von einzelnen Vorhaben, hin zur gezielten Stärkung bestehender institutioneller Strukturen.
Im Fokus stehen universitäre Zentren, Institute oder Forschungsschwerpunkte, die Wissenschaftsforschung fakultätsübergreifend bündeln und sich in den vergangenen Jahren sichtbar weiterentwickelt haben. Diese Einrichtungen haben das Forschungsfeld aus einzelnen Disziplinen herausgeführt und als eigenständigen, interdisziplinären und multi-methodisch arbeitenden Bereich etabliert.
Hochschulleitungen sind gefordert
Ein zentrales Merkmal des neuen Förderangebots ist die enge Einbindung der Hochschulleitungen. Anträge können ausschließlich gemeinsam mit der Universitätsleitung gestellt werden. Damit verknüpft die VolkswagenStiftung ihre Förderung ausdrücklich mit der strategischen Positionierung der Wissenschaftsforschung innerhalb der Universitäten.
"Die Förderung setzt dort an, wo wissenschaftliche Profile entstehen: auf der Ebene der Institutionen", sagt Dr. Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung. "Die Hochschulleitungen dabei von Anfang an einzubinden, ist entscheidend, um der Wissenschaftsforschung eine dauerhafte Perspektive zu eröffnen."
Bis zu eine Million Euro pro Standort
Gefördert werden im Rahmen von zwei Ausschreibungsrunden insgesamt fünf bis sechs Standorte mit jeweils bis zu einer Million Euro über fünf Jahre. Die Auswahl erfolgt in einem wettbewerblichen Verfahren mit internationaler Begutachtung. Der erste Stichtag für Anträge ist im Frühsommer 2026.
Mit der neuen Förderinitiative unterstreicht die VolkswagenStiftung ihren Anspruch, die Wissenschaftsforschung dauerhaft als eigenständiges Forschungsfeld im deutschen Wissenschaftssystem zu stärken.