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Neue Förderinitiative zu Weltordnung im Wandel: VolkswagenStiftung sucht Europas Sicherheitsexpert:innen der Zukunft

Autorin: Tina Walsweer

Frau blickt nachdenklich über Weltkarte auf der Schachfiguren stehen und liegen

Mit "Navigating a Transforming World Order" startet die Stiftung eine neue Förderinitiative. Ziel ist, eine neue Generation von Expert:innen auszubilden, die Forschung mit Politik und Praxis verbindet – als Antwort auf eine fragmentierte und krisenhafte globale Sicherheitslage. Erste Ausschreibung: Fellowships zu Sicherheit und Technologie.

Mit "Navigating a Transforming World Order" startet die VolkswagenStiftung eine europäisch gedachte Förderinitiative. Ziel ist, eine neue Generation von Expert:innen auszubilden, die Forschung mit Politik und Praxis verbindet – als Antwort auf eine fragmentierte und krisenhafte globale Sicherheitslage. Erste Ausschreibung: Fellowships zum Nexus von Sicherheit und Technologie.

Die internationale Ordnung verändert sich rasant und dramatisch. Frühere Sicherheitsarchitekturen erodieren, neue Machtkonstellationen entstehen. Analysen zufolge entsteht eine "fragmentierte globale Landschaft", in der geopolitische, ökologische, gesellschaftliche und technologische Herausforderungen Stabilität und Fortschritt gefährden. In dieser Lage reicht ein rein militärischer Blickwinkel auf Sicherheit nicht mehr aus. Gefragt sind ganzheitliche Perspektiven und evidenzbasierte Lösungen, die Wissenschaft, Politik und Praxis zusammenbringen.

Hier setzt die neue Förderinitiative der VolkswagenStiftung an: "Navigating a Transforming World Order" stärkt Forschung, die den Wandel der globalen Sicherheitsordnung erklärt – und konkrete Handlungsoptionen für gesellschaftliche und politische Praxis entwickelt. "Wir wollen Forschung fördern, die Grenzen überwindet: disziplinäre, sektorale und geografische", sagt Dr. Adelheid Wessler, Förderreferentin der VolkswagenStiftung. "Europa braucht eine starke, vernetzte Stimme in sicherheitsrelevanten Fragen – wissenschaftlich fundiert und praktisch handlungsfähig."

Navigating a Transforming World Order: Fellowships on Security and Technology

Gesucht sind die Sicherheitsexpert:innen der Zukunft: Die Ausschreibung richtet sich an junge Postdoktorand:innen, die aus einer europäischen Perspektive zum Nexus Sicherheit und Technologie forschen. Online-Sprechstunden: 12. Februar und 9. April, Antragsstichtag: 30. April 2026.

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Erster Fokus: "Sicherheit und Technologie"

Die erste Ausschreibung der Initiative – das Förderprogramm "Fellowships on Security and Technology" – richtet sich an Postdoktorand:innen bis zu fünf Jahre nach der Promotion. Bewerben können sich Forschende aus allen Disziplinen – bspw. von Sozial- und Geisteswissenschaften über Natur- und Technikwissenschaften bis zur Informatik –, die mit einer klar europäischen Perspektive am Schnittpunkt von Sicherheit und Technologie arbeiten. Thematisch sind Projekte gefragt, die unter anderem die Rolle Künstlicher Intelligenz und neuer (Bio-)Technologien beleuchten, die wachsende Bedeutung des Weltraums im Kontext von Sicherheit und Verteidigung untersuchen oder Fragen der Rüstungskontrolle, Abschreckung, Macht und Ethik adressieren. Entscheidend ist ein holistisches Verständnis von Sicherheit und die Bereitschaft, die Grenzen zwischen Wissenschaft und Praxis zu überwinden.

Die Fellowships laufen bis zu drei Jahre und kombinieren 24 Monate Forschung mit weiteren 12 Monaten für Praxis- und Kommunikationsaktivitäten, die flexibel in die Zeitplanung integriert werden können. Pro Fellowship können bis zu 450.000 Euro Fördermittel beantragt werden. Zusätzlich zur Förderung können Chancengleichheitsmittel beantragt werden; auch "Data Reuse"-Mittel für die spätere Aufbereitung von Forschungsdaten stehen im Falle einer Förderung bereit. Stichtag für die Ausschreibung ist der 30. April 2026. In zwei Online-Sprechstunden am 12. Februar 2026 sowie am 09. April 2026 beantwortet Dr. Adelheid Wessler Detailfragen zur Ausschreibung und Antragstellung.

Im späteren Verlauf sind weitere Fellowship-Runden zu den Nexus "Sicherheit + Ökonomie" sowie "Sicherheit + Neue Partnerschaften" vorgesehen.

Begleitet werden die geförderten Fellows mit einem Rahmenprogramm. Dazu zählen Netzwerkaktivitäten, Mentoring-Formate, fachbezogene Weiterbildungen in Wissenschaftskommunikation sowie Aufenthalte in Ministerien, öffentlichen und internationalen Institutionen – auch im europäischen Ausland. "Wir erwarten von den Bewerber:innen ausdrücklich, Kooperationen über Landes- und Sektorgrenzen hinweg zu planen", so Wessler. "Wer etwa die Auswirkungen neuer Technologien auf Abschreckungslogiken erforscht, sollte früh mit Think Tanks, Behörden oder internationalen Organisationen sprechen – genau diesen Austausch fördern wir."

Sicherheit betrifft weit mehr als militärische Stärke.

Dr. Adelheid Wessler

Langfristige Förderperspektive

Die Initiative ist langfristig angelegt. In einem nächsten Schritt sollen internationale, interdisziplinäre Forschungsgruppen folgen, die sich an etablierte Wissenschaftler:innen richten und die globale Sicherheits- und Friedensarchitektur in den Blick nehmen. Geplant ist außerdem der Aufbau eines europäischen Forums für sicherheitsrelevante Forschung, das gemeinsam mit anderen europäischen Stiftungen, renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen und Think Tanks entwickelt wird und die Aktivitäten bündelt und sichtbar macht. "Sicherheit betrifft weit mehr als militärische Stärke", betont Wessler. "Wir brauchen die Bezüge zur Technologieentwicklung und -politik, zur globalen Handelspolitik, zur Klima-, Energie- oder Migrationspolitik. Wer diese Zusammenhänge erforscht, ist bei uns richtig."

Die Auswahl der Fellows erfolgt in einem zweistufigen Verfahren durch ein internationales, interdisziplinäres Expert:innenpanel. Neben der wissenschaftlichen Qualität zählen Originalität, innovative theoretische und methodische Ansätze sowie die Offenheit für multidisziplinären und transsektoralen Austausch zu den wichtigen Auswahlkriterien. Der reale Wirkungshorizont – also die Fähigkeit, Handlungswissen bereitzustellen – spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

"Unser Ziel ist es, die nächste Generation von Sicherheitsexpert:innen zu befähigen, belastbares Wissen schnell in die Praxis zu bringen", sagt Wessler. "Wenn Sie zu KI, Raumfahrt, Rüstungskontrolle oder ethischen Fragen arbeiten und Ihre Forschung mit Politik und Gesellschaft verknüpfen möchten: Bewerben Sie sich. Wir suchen neugierige, mutige Köpfe, die europäisch denken und handeln."

Alle Informationen zur neuen Förderinitiative und zur ersten Ausschreibung "Fellowships on Security and Technology".

Die Recherche für den Text wurde unterstützt durch künstliche Intelligenz.

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