Zwei römische Fibeln, mit denen Mäntel geschlossen wurden
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Kalkriese und die Varusschlacht: Zwei Dissertationen eröffnen neue Perspektiven

Das von der VolkswagenStiftung geförderte Projekt "Kalkriese als Ort der Varusschlacht?" wurde mit zwei Dissertationen erfolgreich abgeschlossen. Dr. Uta Schröder und Dr. Annika Lüttmann liefern darin neue Erkenntnisse zu Funden und Metallen, darunter auch der Nachweis einer der mit Varus untergegangenen Legionen in Kalkriese. 

Erfolgreicher Projektabschluss 

Wo fand die Varusschlacht statt? Auf diese Frage liefert das von der VolkswagenStiftung geförderte Forschungsprojekt "Kalkriese als Ort der Varusschlacht? – eine anhaltende Kontroverse" zwar keine eindeutige Antwort. Die jetzt zum Abschluss des Projekts veröffentlichten Doktorarbeiten von Uta Schröder und Annika Lüttmann tragen jedoch entscheidend dazu bei, die archäologische Untersuchung des möglichen Schlachtfelds weiter voranzubringen. 

Ob Varusschlacht oder ein anderes Gefecht der frühen Kaiserzeit – Kalkriese ist und bleibt einer der bedeutendsten archäologischen Schauplätze Europas.

Uta Schröder

Neue Erkenntnisse zur Varusschlacht

Dr. Uta Schröder, jetzt Universität Bonn, analysierte systematisch 5.400 Kleinobjekte aus Kalkriese, darunter über 1.000 bislang unveröffentlichte. Ihre Forschung zeigt, dass es während der späten Regierungszeit des Augustus oder unter Tiberius zu einer militärischen Auseinandersetzung in Kalkriese mit Beteiligung römischer Infanterie- und Kavallerieeinheiten kam.

Dr. Annika Lüttmann, jetzt Technische Hochschule Georg Agricola Bochum, hat eine neue Methode entwickelt, um den sogenannten "metallurgischen Fingerabdruck" römischer Legionen zu untersuchen. Damit konnte sie die 19. Legion, die mit Varus unterging und Jahre zuvor in Dangstetten stationiert war, eindeutig auch in Kalkriese identifizieren.

verschiedene Gegenstände in einer Ausstellungsvitrine

Verschiedene Fundstücke in einer Vitrine der Ausstellung zur Varusschlacht im Museum Kalkriese

Förderung im Rahmen von "Forschung in Museen"

Die VolkswagenStiftung unterstützte das Kooperationsprojekt zwischen dem Museum und Park Kalkriese, dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und der Ludwig-Maximilians-Universität München mit 435.000 Euro im Rahmen der (beendeten) Initiative "Forschung in Museen". 

Mehr Informationen zum Abschluss des Forschungsprojekts 

Detaillierte Informationen zu den beiden Dissertationen finden Sie in der Pressemitteilung von "Museum und Park Kalkriese" zum Abschluss des Forschungsprojekts.

Zur Pressemitteilung

Die Illustration zeigt einen Römischen Soldaten in einer lorica segmentata, einem Glieder-, Schienen- oder Spangenpanzer
Veranstaltungsvideo

Varusschlacht - Neue Entdeckungen mit Hightech-Archäologie

Kalkriese nahe Osnabrück war eines der Schlachtfelder, auf dem Germanen die Römer besiegten. Schon seit Jahrzehnten erforschen Archäolog:innen den Ort und gelangen mit moderner Technik noch immer zu überraschenden Befunden. Die neuesten stellten sie am 02. Mai 2024 in Hannover vor.

Cover 10 Jahre - 10 Thesen - Forschung in Museen
Stiftungspublikation

Broschüre: "10 Jahre – 10 Thesen. Forschung in Museen"

Broschüre zum Abschluss der Förderinitiativ "Forschung in Museen" - Nach insg. 10 Jahren der Fördertätigkeit hat die Stiftung ihre Initiative beendet, zieht Bilanz und formuliert 10 Thesen, die sie als wegweisend für die Zukunft der Forschung in Museen ansieht.

Förderangebot

Forschung in Museen (beendet)

Die Förderinitiative Forschung in Museen hat einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Museen als Forschungsinstitutionen geleistet. Insbesondere kleine und mittlere Museen konnten hier durch die Vernetzung mit Universitäten erstaunliche neue Erkenntnisse zu künstlerischen, archäologischen, aber auch naturwissenschaftlichen Themen gewinnen und der Öffentlichkeit vermitteln.