VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land, Foto: Christian Grovermann
Kalkriese und die Varusschlacht: Zwei Dissertationen eröffnen neue Perspektiven
Das von der VolkswagenStiftung geförderte Projekt "Kalkriese als Ort der Varusschlacht?" wurde mit zwei Dissertationen erfolgreich abgeschlossen. Dr. Uta Schröder und Dr. Annika Lüttmann liefern darin neue Erkenntnisse zu Funden und Metallen, darunter auch der Nachweis einer der mit Varus untergegangenen Legionen in Kalkriese.
Erfolgreicher Projektabschluss
Wo fand die Varusschlacht statt? Auf diese Frage liefert das von der VolkswagenStiftung geförderte Forschungsprojekt "Kalkriese als Ort der Varusschlacht? – eine anhaltende Kontroverse" zwar keine eindeutige Antwort. Die jetzt zum Abschluss des Projekts veröffentlichten Doktorarbeiten von Uta Schröder und Annika Lüttmann tragen jedoch entscheidend dazu bei, die archäologische Untersuchung des möglichen Schlachtfelds weiter voranzubringen.
Ob Varusschlacht oder ein anderes Gefecht der frühen Kaiserzeit – Kalkriese ist und bleibt einer der bedeutendsten archäologischen Schauplätze Europas.
Neue Erkenntnisse zur Varusschlacht
Dr. Uta Schröder, jetzt Universität Bonn, analysierte systematisch 5.400 Kleinobjekte aus Kalkriese, darunter über 1.000 bislang unveröffentlichte. Ihre Forschung zeigt, dass es während der späten Regierungszeit des Augustus oder unter Tiberius zu einer militärischen Auseinandersetzung in Kalkriese mit Beteiligung römischer Infanterie- und Kavallerieeinheiten kam.
Dr. Annika Lüttmann, jetzt Technische Hochschule Georg Agricola Bochum, hat eine neue Methode entwickelt, um den sogenannten "metallurgischen Fingerabdruck" römischer Legionen zu untersuchen. Damit konnte sie die 19. Legion, die mit Varus unterging und Jahre zuvor in Dangstetten stationiert war, eindeutig auch in Kalkriese identifizieren.
Verschiedene Fundstücke in einer Vitrine der Ausstellung zur Varusschlacht im Museum Kalkriese
Förderung im Rahmen von "Forschung in Museen"
Die VolkswagenStiftung unterstützte das Kooperationsprojekt zwischen dem Museum und Park Kalkriese, dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und der Ludwig-Maximilians-Universität München mit 435.000 Euro im Rahmen der (beendeten) Initiative "Forschung in Museen".