Di., 16. Feb. 2027, 19:00 Uhr - 20:30 Uhr
Demenz – Stehen wir vor einem Sieg über das Vergessen oder muss die Forschung umdenken?
Neue Therapien wecken Hoffnung im Kampf gegen Demenz. Wie weit die Forschung tatsächlich ist, darüber sprechen Wissenschaftler:innen am 16. Februar 2027 in Hannover.
Die Medizin erzielt große Fortschritte in der Behandlung verschiedener Alterserkrankungen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich immer besser therapieren, Krebs wird häufiger überlebt. Doch neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson gehören nach wie vor zu den großen medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig meldet die Forschung auch in diesen Bereichen immer wieder neue Durchbrüche: Biomarker versprechen frühere Diagnosen, Antikörpertherapien bekämpfen krankhafte Ablagerungen im Gehirn. Aber wie genau ist das alles einzuordnen? Was bringen die neuen Erkenntnisse den Patientinnen und Patienten? Wie ist der Stand bei der Prävention?
Befürworter sehen in den neuen Entwicklungen einen medizinischen Wendepunkt: Neurodegeneration werde frühzeitiger diagnostizier- und behandelbar. Kritische Stimmen warnen dagegen vor einer aktuell noch zu optimistischen Einschätzung der Datenlage, vor teuren Therapien mit geringer Wirkung, aber auch vor der radikalen Pathologisierung des Alterns (etwa der altersgerechten Vergesslichkeit). Diese stark entgegengesetzten Positionen führen zu heftigen Diskussionen im Forschungsfeld und der Gesellschaft.
Es wächst aber auch die Erkenntnis, dass bisherige Erklärungsmodelle für neurodegenerative Erkrankungen allein nicht ausreichen und durch komplementäre Sichtweisen, Forschungs- und Therapieansätze ergänzt werden müssen. Zugleich werden auch die Gemeinsamkeiten verschiedener degenerativer Prozesse immer deutlicher. Die zentrale Frage bleibt: Sind wir auf dem richtigen Weg, das Vergessen, die Demenz, zu bekämpfen oder lohnt sich die Erweiterung der Sichtweisen und Forschungsansätze?