Programm zukunft.niedersachsen: 126 Millionen Euro für die Versorgungssicherheit

Schatten eines Windrads auf einem Rapsfeld

Das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung fördern gezielt Projekte, die konkrete Lösungen für die drängenden Sicherheitsfragen unserer Zeit entwickeln. Der aktuelle Verwendungsvorschlag des gemeinsamen Förderprogramms zukunft.niedersachsen umfasst insgesamt rund 126 Millionen Euro und stärkt Niedersachsen als leistungsfähigen und innovativen Forschungsstandort.

Mehr Sicherheit für Patient:innen: Neue Wege in der Transplantationsmedizin

Bei schweren Krankheiten kann eine Organtransplantation Leben retten – doch transplantierte Organe können vom Körper abgestoßen werden. Gerade bei Kindern ist die Behandlung besonders komplex; bisherige Medikamente haben oft starke Nebenwirkungen. Hier setzt das Projekt „AgEndo“ der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) an. Deren Forschende entwickeln innovative Zelltherapien mit sogenannten regulatorischen T-Zellen, die das Immunsystem gezielt beruhigen und damit Abstoßungsreaktionen reduzieren sollen. 

Innerhalb des Forschungsprojekts „XeNid“ arbeiten ebenfalls Forschende der MHH an einer Lösung für den gravierenden Mangel an Spenderorganen. Derzeit kann nur etwa ein Zehntel des Bedarfs gedeckt werden. Die Wissenschaftler:innen untersuchen die Möglichkeit, Organe genetisch veränderter Tiere für Transplantationen nutzbar zu machen. Gelingt dies, könnten künftig deutlich mehr Menschen versorgt werden. 

 

Investitionen in Forschung zahlen sich aus – nicht nur langfristig, sondern auch ganz konkret im Alltag. Sie helfen, Krankheiten besser zu behandeln, Ressourcen zu sichern und gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen.

Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur

Umwelt und Ressourcen sichern: Nachhaltige Industrieprozesse

Die Forschenden im Verbundprojekt „EnAM4Steel“ an der Technischen Universität Clausthal widmen sich dem Thema Ressourcensicherheit: sie entwickeln Verfahren, um wertvolle Rohstoffe aus industriellen Reststoffen – sogenannten Elektroofenschlacken – zurückzugewinnen. Das bringt gleich mehrere Vorteile: weniger Abfall und geringere Umweltbelastung, reduzierte Abhängigkeit von knappen Primärrohstoffen und weniger Kohlenstoffdioxid‑Emissionen in der Produktion.

Sicherheit im Umgang mit einer sich wandelnden Welt

Im Rahmen des Projekts „Fluchtforschung – Stärkung der Migrationsforschung in Niedersachsen“ untersuchen Wissenschaftler:innen an der Universität Osnabrück, wie Flucht als gesellschaftliches Phänomen entsteht und welche politischen sowie sozialen Rahmenbedingungen darauf Einfluss haben. Dafür soll eine Professur eingerichtet werden, die sich explizit dem Aspekt Flucht widmet und damit den bestehenden Sonderforschungsbereich „Produktion von Migration“ erweitert. Ziel ist es, Migration besser zu verstehen und damit fundierte Grundlagen für politische Entscheidungen zu liefern. Gerade in einer Zeit globaler Krisen kann wissenschaftlich fundiertes Wissen dazu beitragen, Konflikte zu entschärfen und gesellschaftliche Stabilität zu stärken.

Mastodon