Der Mensch und seine Maschinen

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Ein Filmklassiker vorweg, eine tiefgründige Diskussion im Anschluss: Die Science Movie Night am 7. Februar beleuchtete den Umgang der Menschheit mit künstlicher Intelligenz und stellte grundsätzlich Fragen: Wie ist das Verhältnis von Mensch zur Maschine? Wie menschlich sind Roboter? Und warum haben wir so viel Angst vor unserer Technologie? 

"Die Entscheidungen muss der Mensch treffen"

Es geht um Gegenwart und Zukunft, beim filmischen Meisterwerk des Regisseurs Stanley Kubrick, das an diesem Abend den visuellen Auftakt bildete, aus einer Vergangenheit gedacht, die mittlerweile mehr als 50 Jahre zurückliegt. Kubricks künstliche Intelligenz war ein Supercomputer, der menschliche Verhaltensweisen entwickeln konnte, Emotionen zeigte und ein reflektiertes Über-Wesen verkörperte – den Menschen weit überlegen.

Reinhold Ewald – der zweite Raumfahrer in der illustren Runde, im Gegensatz zum Arbeitskollegen Cimon aber Mensch und noch dazu Rheinländer – outete sich als Fan des Film-Klassikers. Der zentralen Aussage des Films mochte Ewald trotzdem nichts abgewinnen. Ja, künstliche Intelligenz habe in die Automatisierung Einzug gehalten und sei in der Raumfahrt im Einsatz, aber: "Diese Automaten sind nicht intelligent!" Zum Einsatz kämen die Maschinen bei der Abwicklung serieller Aufgaben, echte Verantwortung würde ihnen der raumfahrende Mensch nie übereignen: "Die Entscheidungen muss der Mensch treffen. Wir lassen uns nicht zum Mars chauffieren." Reinhold Ewald ist Professor am Institut für Raumfahrtsysteme an der Universität Stuttgart, als Kosmonaut der deutsch-russischen Weltraummission MIR verbrachte er 1997 19 Tage im Weltraum. Er träumt nach eigener Aussage bis heute davon. Christian Karrasch, Cimon-Projektleiter für künstliche Intelligenz im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bonn, bezeichnete die Computer des Jahres 2020 als "Insellösungen", die beispielweise gut Schach spielen könnten, darüber hinaus aber nicht sinnvoll einsetzbar seien.