Livestream: COVID-19 - Wer wird behandelt, wenn medizinische Kapazitäten knapp sind?

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Livestream
Öffentlichkeit

Wenn die medizinischen Kapazitäten in einer Krise wie der jetzigen COVID-19-Pandemie plötzlich nicht mehr ausreichen, wird nach dem sogenannten Triage-System entschieden, wer eine lebensrettende Behandlung erhält, und wer nicht. Die Podiumsdiskussion am 16. Juni 2020 - im Livestream - möchte eine öffentliche gesellschaftliche Debatte über aktuelle klinisch-ethische Empfehlungen für Kriterien der Triage anregen.

Freiwillige bauen während der Coronakrise ein sogenanntes Pre-Triage-Zelt neben einem Kinderkrankenhaus in Fiumicino, Italien, auf. (Foto: Dipartimento Protezione Civile via Wikimedia Commons CC BY 2.0 http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)
Freiwillige bauen während der Coronakrise ein sogenanntes Pre-Triage-Zelt neben einem Kinderkrankenhaus in Fiumicino, Italien, auf. (Foto: Dipartimento Protezione Civile via Wikimedia Commons CC BY 2.0 http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Link zum Videomitschnitt der Veranstaltung

Dieser Veranstaltung können Sie aufgrund der aktuellen Situation leider nicht wie gewohnt im Xplanatorium Schloss Herrenhausen beiwohnen. Stattdessen werden wir die Podiumsdiskussion am 16.06.2020 ab 16 Uhr im Livestream übertragen. 

Link zur Podiumsdiskussion im Livestream:
https://player.cloud.wowza.com/hosted/djqqplhf/player.html

Fragen an die Podiumsgäste können Sie unter folgendem Link stellen:
https://www.menti.com/h12qi9xh3w

Glücklicherweise entwickelte sich die Zahl der an COVID-19 Erkrankten in Deutschland bisher nicht so dramatisch wie beispielsweise in Italien. Dennoch sorgte das rasante Tempo, mit dem sich das Coronavirus verbreitet, auch hierzulande für Beunruhigung und Sorgen im Gesundheitssystem: Was geschieht, wenn die medizinischen Kapazitäten plötzlich nicht mehr ausreichen, um alle Patientinnen und Patienten bestmöglich zu behandeln? In solchen Fällen kommt die sogenannte Triage zur Anwendung, bei der das Behandlungsteam – oftmals unter Zeitdruck – entscheiden muss, wer eine lebensrettende Behandlung erhält und wer nicht. Doch welche Kriterien spielen bei dieser Priorisierung nach einem Triage-System eine Rolle? Um die behandelnden Ärztinnen und Ärzte bei einer so schwerwiegenden Entscheidung nicht allein zu lassen, haben sieben deutsche medizinische Fachgesellschaften im März dieses Jahres speziell für die COVID-19-Pandemie einen Kriterienkatalog mit klinisch-ethischen Empfehlungen veröffentlicht. Anhand dieser können Ärztinnen und Ärzte entscheiden, welche Patientinnen und Patienten weiter behandelt werden, wenn Intensivkapazitäten knapp werden. Die Empfehlungen fanden aufgrund ihres Umfangs, der Nachvollziehbarkeit und Transparenz viel Zustimmung. Aber auch Widerspruch wurde geäußert – beispielsweise dahingehend, dass einige Kriterien weniger medizinisch geprägt seien als vielmehr demografisch und gegen einzelne Minderheiten gerichtet. Um eine öffentliche gesellschaftliche Debatte über die Kriterien anzuregen, findet am 16. Juni im Xplanatorium Schloss Herrenhausen ein Herrenhausen Extra mit einer Online-Podiumsdiskussion statt.

Die Veranstaltung wird organisiert von der Klinikseelsorge und dem Klinischen Ethik-Komitee der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sowie von der VolkswagenStiftung.

Die Zuschauenden können online dabei sein und sich per Chat aktiv mit Fragen an der Diskussion beteiligen.

Diese Veranstaltung richtet sich an ein neugieriges Publikum, das sich für aktuelle Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft interessiert.

Herrenhausen Extra
COVID-19: Wer wird behandelt, wenn die medizinischen Kapazitäten knapp sind?
Dienstag, 16. Juni, 16.00 Uhr - im Livestream

Programm

Impulsvorträge

Dr. Gerald NeitzkeVorsitzender des Klinischen Ethik-Komitees der MHH und kommissarischer Leiter des MHH-Instituts für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin

Prof. Dr. Andreas Lob-HüdepohlMitglied des Deutschen Ethikrates und Professor für Theologische Ethik, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Podiumsdiskussion mit

Prof. Dr. Susanne Beck, Juristische Fakultät, Leibniz Universität Hannover

Prof. Dr. Marius Höperkommissarischer Direktor der MHH-Klinik für Pneumologie und Leiter der interdisziplinären Intensivstation für COVID-19-Patienten

Prof. Dr. Armin Pycha, Primar der Urologie am Südtiroler Sanitätsbetrieb in Bozen

Prof. Dr. Ralf StoeckerPhilosoph an der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld

Einführung und Moderation: Prof. Dr. Michael CoorsTheologische Fakultät, Universität Zürich

Chance zu überleben fair verteilen

Der Begriff „Triage“ kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie “Auswahl“ oder „Sichtung“. „Priorisierung“ bezeichnet ein Verfahren, bei dem aufgrund festgelegter Kriterien einzelne Erkrankte anderen vorgezogen werden, wenn absoluter Mangel an Behandlungskapazitäten herrscht. Das Behandlungsteam steht dabei vor der Aufgabe, Entscheidungen so zu treffen, dass die Chance zu überleben fair verteilt, und die Ressourcen effektiv eingesetzt werden. Die Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften sind Leitlinien, keine Gesetze.

Veranstaltungsinfos per E-Mail

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