Herrlich dämlich? Die Debatte um eine gendergerechte Sprache

Beginn: Uhr
Ende: Uhr
Xplanatorium Herrenhausen
Öffentlichkeit

Aus dem "Rednerpult" wird in gendergerechter Sprache das "Redepult". Warum? Weil anders als vor 100 Jahren in unserer Gesellschaft auch Frauen was zu sagen haben. Zum Beispiel am 27. August 2020 in Hannover, wo drei Forscherinnen und eine Journalistin die Feinheiten gendersensibler Sprache erörtern werden.

Die Vielfalt unserer Gesellschaft muss sich in Sprache wiederfinden – nur dann herrscht Geschlechtergerechtigkeit. (Foto: Coyote III via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)
Die Vielfalt unserer Gesellschaft muss sich in Sprache wiederfinden – nur dann herrscht Geschlechtergerechtigkeit. (Foto: Coyote III via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Unser Blick auf die Welt spiegelt sich in unserer Sprache. Diese ist geprägt durch die gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir leben. Über Jahrhunderte hinweg bildeten Männer das Zentrum unserer Gesellschaft. Sie waren Maßstab und Norm gleichermaßen. Zahlreiche Spuren in der deutschen Sprache weisen darauf hin: die männliche Form als Standard und die weibliche Form als Ableitung bei vielen Berufsbezeichnungen, aber auch Wortbildungen wie "herrlich" oder "dämlich" oder gar Phrasen wie "das starke Geschlecht" vs. "das schwache Geschlecht". Seit der im 20. Jahrhundert einsetzenden Öffnung unserer Gesellschaft ändert sich unser Rollenverständnis zunehmend. Die Vielfalt unserer Gesellschaft auch sprachlich sichtbar zu machen, ist Ziel der Befürworterinnen und Befürworter einer geschlechtergerechten Sprache. Um das "Gendern" hat sich seither eine hitzige gesellschaftliche Debatte entwickelt.

Wie kann man geeignete Ausdrucksformen finden, die sprachliche Schönheit und Geschlechtergerechtigkeit gleichermaßen berücksichtigen? Kann Sprache überhaupt zur Gerechtigkeit beitragen? Und wie wollen wir sprachlich auf unsere Umwelt zugreifen? Wie sollte man in Bildungskontexten mit dem Thema umgehen?

63. Herrenhäuser Gespräch
Herrlich dämlich? Die Debatte um eine gendergerechte Sprache
27. August 2020

Xplanatorium Herrenhausen, Hannover

Programm

Podium

Prof. Dr. Gabriele Diewald, Institut für Deutsche Sprache und Literatur, Leibniz Universität Hannover

Prof. Dr. Evelyn Ferstl, Kognitionswissenschaft und Genderforschung, Universität Freiburg

Prof. Dr. Damaris Nübling, Deutsches Institut, Universität Mainz

Moderation: Dr. Ulrich Kühn, NDR Kultur

Sendetermin: 13.September 2020 / 20.00 Uhr / NDR Sonntagsstudio

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Xplanatorium Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten". Das Tagungszentrum Schloss Herrenhausen ist barrierefrei.

Eintritt frei

Es stehen 270 Sitzplätze zur Verfügung (freie Platzwahl). Die Türen öffnen 45 Minuten vor Beginn. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aus Höflichkeit gegenüber den Vortragenden schließen wir den Einlass mit Beginn der Veranstaltung.

Service für Gäste mit Hörgeraten

Unter events@volkswagenstiftung.de können Sie für die jeweilige Veranstaltung einen Taschenempfänger mit Kopfhörer vorbestellen.

Veranstaltungsinfos per E-Mail

Sie möchten über zukünftige Veranstaltungen informiert werden? Wir freuen uns über Ihre Registrierung in unserem Veranstaltungsportal unter veranstaltungen.volkswagenstiftung.de.

Herrenhäuser Gespräche

Mit den Herrenhäuser Gesprächen präsentieren die VolkswagenStiftung und NDR Kultur aktuelle Themen aus Wissenschaft und Kultur, die unsere Gesellschaft bewegen. Ganz im Sinne von Gottfried Wilhelm Leibniz positioniert sich Herrenhausen damit als ein Ort des intellektuellen Diskurses, der weit über die Grenzen der Stadt Hannover hinaus eine breite Öffentlichkeit zum Mit- und Nachdenken anregt.