Dick oder Dünn? Der Tanz ums goldene Körpergewicht

Beginn: Uhr
Ende: Uhr
Schloss Herrenhausen
Öffentlichkeit

Sind dicke Menschen disziplinlos und ist unser Bild vom idealen Körper heute zu verzerrt? Körpergefühl und Körpergewicht sind Thema beim Herrenhäuser Gespräch am 23. August in Hannover.

Bestimmt die Silhouette unsere Stellung in der Gesellschaft? Experten diskutieren auf einem Herrenhäuser Gespräch. (Foto: olly - stock.adobe.com)
Bestimmt die Silhouette unsere Stellung in der Gesellschaft? Experten diskutieren auf einem Herrenhäuser Gespräch. (Foto: olly - stock.adobe.com)

59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen in Deutschland sind übergewichtig, so das Ergebnis des 13. DGE-Ernährungsberichts. Füllig zu sein, ist also für viele normal. Gleichwohl haben Dickere weniger Macht, als ihre Zahl erwarten ließe: In Führungspositionen dominieren Smarte, Trainierte, Schlanke. Ihnen traut man mehr zu; denn wer diszipliniert isst und gesund lebt, dokumentiert Verantwortungsbewusstsein und Leistungswillen. Solche gesellschaftlichen Standards werden befeuert durch den Kult um perfekt modellierte Stars, den allgegenwärtigen Vergleichsdruck und immer neue Gesundheitsmaximen. Das nährt den Schlankheitswahn, schürt Versagensängste, produziert Ausgrenzung.

Das war nicht immer so: Etwa 1599 ließ Shakespeare den hageren Julius Cäsar in seiner gleichnamigen Tragödie ausrufen Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein und bis ins ausgehende 20. Jahrhundert verkörperten dicke Männer wie Helmut Kohl und Franz Josef Strauß die Fülle der Macht. Warum hat sich die Einstellung zum fülligen Leib so verändert? Ist Übergewicht tatsächlich ein Indiz für Disziplinlosigkeit und Kontrollverlust? Wer prägt unser Bild vom idealen Körper? Bestimmt die Silhouette unsere Stellung in der Gesellschaft? Was bräuchte es, damit sich Dick und Dünn gleichermaßen wohl und anerkannt fühlen?

Herrenhäuser Gespräche
Eine Veranstaltungsreihe von VolkswagenStiftung und NDR Kultur

51. Herrenhäuser Gespräch
Dick oder Dünn -  Der Tanz mit dem goldenen Körpergewicht
Donnerstag, 23. August 2018, 19 Uhr
Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover 

Programm

Podium: 

Prof. Dr. Eva Barlösius, Institut für Soziologie, Leibniz Universität Hannover, Autorin von Dicksein. Wenn der Körper das Verhältnis zur Gesellschaft bestimmt
Prof. Dr. Jutta Mata, Lehrstuhl für Gesundheitspsychologie, Universität Mannheim
Stephanie Frfr. von Liebenstein, Promovendin Dicke Körperlichkeit in der Frühen Neuzeit, FU Berlin, Gründerin der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung
PD Dr. Thomas Ellrott, Institut für Ernährungspsychologie, Georg-August Universität Göttingen

Moderation: Dr. Ulrich Kühn, NDR Kultur

Sendetermin: 23.09.2018  / 20.00 Uhr / NDR Sonntagsstudio

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten". Das Tagungszentrum Schloss Herrenhausen ist barrierefrei.

Eintritt frei

Es stehen 320 Sitzplätze zur Verfügung (freie Platzwahl). Die Türen öffnen 45 Minuten vor Beginn. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aus Höflichkeit gegenüber den Vortragenden schließen wir den Einlass mit Beginn der Veranstaltung.

Service für Hörgeräteträger

Unter events@volkswagenstiftung.de können Sie für die jeweilige Veranstaltung einen Taschenempfänger mit Kopfhörer vorbestellen.

Veranstaltungsinfos per E-Mail

Sie möchten über zukünftige Veranstaltungen informiert werden? Wir freuen uns über Ihre Registrierung in unserem Veranstaltungsportal unter veranstaltungen.volkswagenstiftung.de.

Herrenhäuser Gespräche

Mit den Herrenhäuser Gesprächen präsentieren die VolkswagenStiftung und NDR Kultur aktuelle Themen aus Wissenschaft und Kultur, die unsere Gesellschaft bewegen. Ganz im Sinne von Gottfried Wilhelm Leibniz positioniert sich Herrenhausen damit als ein Ort des intellektuellen Diskurses, der weit über die Grenzen der Stadt Hannover hinaus eine breite Öffentlichkeit zum Mit- und Nachdenken anregt.