Wissenschaft und Kernwaffen in Deutschland von 1938-1957

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Schloss Herrenhausen
Öffentlichkeit

Wie Wissenschaftler(innen) 1938 die Kernspaltung entdeckten und wie sie nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki damit umgegangen sind, diskutieren Experten am 2. Februar in Hannover.

Der sog. Trinity-Test, die erste jemals durchgeführte Kernwaffenexplosion, wurde am 16. Juli 1945 ausgelöst. (Foto: Berlyn Brixner via Wikimedia Commons)
Der sog. Trinity-Test, die erste jemals durchgeführte Kernwaffenexplosion, wurde am 16. Juli 1945 ausgelöst. (Foto: Berlyn Brixner via Wikimedia Commons)

Im Dezember 1938 entdeckten Otto Hahn und Fritz Straßmann die Kernspaltung. Bereits vier Monate später wird in Berlin von den Nationalsozialisten die "Arbeitsgemeinschaft für Kernphysik" gegründet, informell auch "Uranverein" genannt. Das Ziel: die Kernspaltung militärisch nutzbar machen. Dass Hahn seine Erkenntnisse öffentlich und damit auch für Wissenschaftler anderer Länder nutzbar gemacht hat, rügte die damalige Regierung. Die Quellen sind widersprüchlich, ob es deutschen Wissenschaftlern gelang, eine kontrollierte nukleare Kettenreaktion in einem Reaktor zu erzeugen. Die Amerikaner hingegen warfen im August 1945 zwei Atombomben über Japan ab. Zehn Mitglieder des "Uranvereins" hörten in britischer Kriegsgefangenschaft davon. Nach seiner Entlassung aus britischer Kriegsgefangenschaft engagierte sich Hahn für die friedliche Nutzung der Kernenergie, für Abrüstung und Völkerverständigung. 1957 gehörte er zu den Verfassern der sogenannten "Göttinger Erklärung", in der sich 18 westdeutsche Atomwissenschaftler gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Kernwaffen wandten. Welche Personen arbeiteten im Nationalsozialismus an den Kernforschungsprojekten mit? Welche Konsequenzen wurden aus dem Atombombenabwurf von 1945 für Deutschland gezogen? Welche Motive bewegten die Unterzeichner der "Göttinger Erklärung"? Und welchen Nachhall haben diese Ereignisse in der heutigen Zeit? Von der "Uranmaschine" zum Göttinger Manifest
Wissenschaft und Atomwaffen in Deutschland von 1938-1957
Dienstag, 2. Februar 2016, 19 Uhr
Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover

Programm

Lesung

Günther Schaupp, Schauspieler, Hamburg

Vorträge

Prof. Dr. Dieter Hoffmann, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
Dr. Robert Lorenz, Institut für Demokratieforschung, Göttingen

Gespräch mit den Vortragenden

Moderation: Dr. Wilhelm Krull, VolkswagenStiftung

Anmeldeverfahren

Bitte beachten Sie, dass die öffentlichen Abendveranstaltungen ohne Anmeldeverfahren stattfinden. Es stehen 250 Sitzplätze zur Verfügung. Die Sitzplätze werden nach dem "First come, first serve"-Prinzip vergeben. Es besteht keine Möglichkeit, vorab Plätze zu reservieren. Der Eintritt ist frei. Einlass ist ab 18.15 Uhr.

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Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten".

Die Veranstaltung zum Nachhören

Audio-Mitschnitte von unserer Veranstaltungsreihe "Herrenhäuser Forum" sowie von ausgewählten Einzelveranstaltungen finden sie in unserer Mediathek sowie über unser Podcast-Angebot "ListentoScience".

Hintergrund: Herrenhäuser Forum

Mit drei verschiedenen Schwerpunkten möchte das Herrenhäuser Forum ein breites Publikum für wissenschaftliche Fragen begeistern. Das Forum für Zeitgeschehen greift jeweils aus aktuellem Anlass historische Ereignisse auf und erörtert deren Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. Im Forum Mensch-Natur-Technik diskutieren Wissenschaftler das komplexe Zusammenspiel von Natur und Technik und dessen Wechselwirkungen mit uns und unserer Lebenswelt. Zentrale ökonomische und politische Herausforderungen sowie kontroverse Fragen unseres gemeinschaftlichen Zusammenlebens stehen im Mittelpunkt der Diskussionen im Forum Politik-Wirtschaft-Gesellschaft.