Livestream: Gendermedizin - Geschlechtersensibilität statt Medizin-(für)-Männer?

Beginn: Uhr
Ende: Uhr
Xplanatorium Herrenhausen
Öffentlichkeit

Warum die medizinische Forschung noch immer wenig individualisiert und geschlechtersensibel ist und welche Alternativen es gäbe, darüber diskutieren wir am 29. Juni im Herrenhäuser Forum.

Männer sind anders, Frauen auch. Über die Bedeutung geschlechterspezifische Unterschiede in der Medizin (Foto: NPS Studio - stock.adobe.com)
Männer sind anders, Frauen auch. Über die Bedeutung geschlechterspezifische Unterschiede in der Medizin (Foto: NPS Studio - stock.adobe.com)

Die Veranstaltung können Sie am 29. Juni ab 19:00 Uhr im Livestream verfolgen. Den Link dazu finden Sie zu Beginn der Veranstaltung hier. 

Männer haben ein schwächeres Immunsystem als Frauen und sterben zum Beispiel häufiger an Lungenentzündung. Frauen leiden dafür öfter an Autoimmunkrankheiten wie Arthritis oder Multiple Sklerose. Aber nicht nur die Immunsysteme unterscheiden sich, auch die Gelenk- und Beckenstrukturen weichen voneinander ab.  Doch an Prothesen, die dies berücksichtigen, wie beispielsweise einem "weiblichen" künstlichen Kniegelenk, wird erst seit wenigen Jahren intensiv geforscht. Medikationen, Therapien und Heilverfahren ignorieren oft genug die biologischen und soziokulturellen Unterschiede von Mann und Frau: zum Nachteil nicht nur beider Geschlechter, sondern auch von Kindern und alten Menschen. In Forschung, Lehre und angewandter Medizin fehlt es vielfach und noch immer an verlässlichen Strukturen zur Integration geschlechtersensibler Medizin, um den konkreten Bedürfnissen aller Patientinnen und Patienten systematisch Beachtung zukommen zu lassen und so die Medizin für alle zu verbessern. 

Warum ist die Medizin so wenig geschlechtersensibel? Aus welchen Gründen werden in Forschung und Lehre kaum alters- und geschlechterspezifische sowie soziokulturelle Unterschiede gemacht? Wie gefährlich ist diese einseitige Orientierung und welche Alternativen können gefunden werden?

Diese Veranstaltung richtet sich an ein neugieriges Publikum, das sich für aktuelle Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft interessiert.

Herrenhäuser Forum
Medizin-(für)-Männer?
Geschlechtersensible Standards für Medikationen und Heilverfahren

Dienstag, 29. Juni 2021, 19:00 Uhr
Xplanatorium digital, Hannover

Programm

Podiumsdiskussion mit
Dr. med. Frank Christoph, Klinik für Urologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie niedergelassener Facharzt für Urologie

Dr. Andreas Franken, Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller 

Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner, Dekanin Fachbereich Medizin, Philipps-Universität Marburg

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek, Institut Gender in Medicine, Charité Berlin

Moderation: Birgit KolkmannDeutschlandfunk Kultur

Veranstaltungsinfos per E-Mail

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Hintergrund Herrenhäuser Forum

Mit drei verschiedenen Schwerpunkten möchte das Herrenhäuser Forum ein breites Publikum für wissenschaftliche Fragen von gesellschaftlicher Relevanz begeistern und diese aufgrund empirischer Befunde diskutieren. Dazu werden renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aber auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Medien zu Vorträgen und Podiumsgesprächen eingeladen. Das Forum für Zeitgeschehen greift jeweils aus aktuellem Anlass historische Ereignisse auf und erörtert deren Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. Das Forum Mensch-Natur-Technik nimmt das komplexe Zusammenspiel von Natur und Technik sowie dessen Wechselwirkungen mit uns und unserer Lebenswelt in den Blick. Zentrale ökonomische und politische Herausforderungen sowie kontroverse Fragen unseres Zusammenlebens stehen im Mittelpunkt des Forums Politik-Wirtschaft-Gesellschaft.