Forum für Zeitgeschehen: "...und dann ein bißchen baedekern"

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Schloss Herrenhausen
Öffentlichkeit

Einen Urlaub ohne Reiseführer anzutreten ist für viele kaum denkbar. Warum diese Ratgeberliteratur entstanden ist und wie sie ihren Siegeszug bis heute fortsetzt erklärt das Herrenhäuser Forum.

Reiseführer führen Touristen nicht selten zu den schönsten und abgelegensten Orten dieser Welt. (Foto: Tina Walsweer)
Reiseführer führen Touristen nicht selten zu den schönsten und abgelegensten Orten dieser Welt. (Foto: Tina Walsweer)

Eisenbahn und Dampfschiff beschleunigten im 19. Jahrhundert nicht nur den Transport von Waren, sie ließen auch für Personen die Entfernung zwischen zwei Orten zusammenschmelzen. Mit dem zunehmenden Ausbau des Verkehrsnetzes entstanden erste Reisebüros und damit die Idee des organisierten "Tourismus", also Bildungs- und Vergnügungsreisen aus privatem Anlass. Reisende und Vermittler brauchten nun verlässliche Informationen über malerische Routen, passende Übernachtungsmöglichkeiten und die schönsten Sehenswürdigkeiten. Karl Baedeker, ein Buchhändler und Verleger, erkannte diesen Bedarf und veröffentlichte 1835 die erweiterte Fassung des Buches ,"Rheinreise von Mainz bis Cöln, Handbuch für Schnellreisende" von J.A. Klein, das in den folgenden Jahren maßgeblich für Struktur und Aussehen weiterer Reiseführer und später für eine ganze Branche wurde. Ein Wettbewerber in London führte zudem ein Bewertungssystem ein, das die jeweiligen Attraktionen mit Sternen bedachte - eine wichtige Auszeichnung in der Tourismusbranche, die den Sprung bis ins digitale Zeitalter geschafft hat. Auch heute noch verlassen wir uns bei der Planung und am Urlaubsort gerne auf Reiseführer, die uns Möglichkeiten aufzeigen, was in einer Stadt oder einer Region sehenswert ist, wie wir dort hin gelangen und wo wir nächtigen können. Doch worin lag Erfolgsgeheimnis der roten Bände? Wie veränderten sich seit dem 19. Jahrhundert die Beschreibung der nahen und fernen Länder und das Reisen an sich? Und: Wie planen und gestalten wir unseren Urlaub im digitalen Zeitalter?

Programm

Kurzvorträge
Der Baedeker als neue Art des Reisens und Sehens (Arbeitstitel)
Dr. Susanne Müller, Universität Potsdam Touristenklasse - von Freizeit, Urlaub und Tourismus seit dem Wirtschaftswunder (Arbeitstitel)
Prof. Dr. Hasso Spode, TU Berlin
Gespräch
mit Andreas Hallaschka, Chefredakteur, Merian
sowie den Vortragenden Moderation: Ines Arland, Journalistin

Anmeldeverfahren

Bitte beachten Sie, dass im Jahre 2015 die öffentlichen Abendveranstaltungen ohne Anmeldeverfahren stattfinden. Es stehen 250 Sitzplätze zur Verfügung. Die Sitzplätze werden nach dem "First come, first serve"-Prinzip vergeben. Es besteht keine Möglichkeit, vorab Plätze zu reservieren. Der Eintritt ist frei. Einlass ist ab 18.15 Uhr.

Veranstaltungsinfos per E-Mail

Sie möchten über unsere öffentlichen Abendveranstaltungen informiert werden? Dann registrieren Sie sich bitte in unserem Veranstaltungsportal unter https://veranstaltungen.volkswagenstiftung.de/.

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten".

Die Veranstaltung zum Nachhören

Audio-Mitschnitte von unserer Veranstaltungsreihe "Herrenhäuser Forum" sowie von ausgewählten Einzelveranstaltungen finden sie in unserer Mediathek sowie über unser Podcast-Angebot "ListentoScience".

Hintergrund: Herrenhäuser Forum

Mit drei verschiedenen Schwerpunkten möchte das Herrenhäuser Forum ein breites Publikum für wissenschaftliche Fragen begeistern. Das Forum für Zeitgeschehen greift jeweils aus aktuellem Anlass historische Ereignisse auf und erörtert deren Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. Im Forum Mensch-Natur-Technik diskutieren Wissenschaftler das komplexe Zusammenspiel von Natur und Technik und dessen Wechselwirkungen mit uns und unserer Lebenswelt. Zentrale ökonomische und politische Herausforderungen sowie kontroverse Fragen unseres gemeinschaftlichen Zusammenlebens stehen im Mittelpunkt der Diskussionen im Forum Politik-Wirtschaft-Gesellschaft.