Afrikanisches Kulturerbe in europäischen Museen

Beginn: Uhr
Ende: Uhr
Schloss Herrenhausen
Öffentlichkeit

Kulturgüter waren für die Kolonialherren begehrte Trophäen. Wie wir heute mit dieser Beutekunst umgehen, das fragt eine Expertenrunde am 25. Februar in Hannover.

Afrikanischer Artefakte: Schaukästen eines ethnologischen Museums in Deutschland (Foto: Andreas Praefcke - Ethnologisches Museum, Berlin-Dahlem).
Afrikanischer Artefakte: Schaukästen eines ethnologischen Museums in Berlin. (Foto: Andreas Praefcke - Ethnologisches Museum, Berlin-Dahlem).

Link zum Veranstaltungsbericht und zum Audiomittschnitt des Abends.

"Kulturbewahrer" - so definierten sich die Kolonialherren Afrikas aus vielen Ländern Europas im 19. Jahrhundert. Häufig erbeuteten sie gewaltsam unzählige Artefakte, um diese der heimischen Regierung für die neugeschaffenen Museen als eine Art "Schaufenster in die Kolonien" zu überlassen. Mit der Unabhängigkeit vieler afrikanischer Staaten im 20. Jahrhundert, aber vor allem noch einmal in besonderem Maße nach der Übergabe des "Berichts zur Restitution des afrikanischen Kulturerbes" der Wissenschaftler Felwine Sarr und Bénédicte Savoy an Frankreichs Präsident Macron im Jahr 2018, hat sich die Debatte um afrikanisches Kulturgut in europäischen Museen neu entzündet. Was soll mit den Artefakten geschehen? Diese Frage stellt sich nicht nur im neuen Berliner Humboldt-Forum, sondern auch in vielen großen und kleinen Museen in Westeuropa. Die Geschichten der Objekte zu rekonstruieren, sich mit den Herkunftsländern darüber auszutauschen und sie - je nach gemeinsamer Absprache - auch zu restituieren, ist die große Herausforderung für Museen und Regierungen. Kann eine faire Aufarbeitung des Kolonialismus anhand von Ausstellungsstücken das Machtungleichgewicht zwischen Europa und Afrika entschärfen?

Diese Veranstaltung richtet sich an ein neugieriges Publikum, das sich für aktuelle Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft interessiert. 

Herrenhäuser Forum
Afrikanisches Kulturerbe in europäischen Museen
Dienstag, 25. Februar 2020, 19 Uhr
Xplanatorium Herrenhausen, Hannover

Programm

Podiumsgäste

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Arbeitsbereich Globalgeschichte, Universität Hamburg

Prof. Dr. Louis Henri Seukwa, Department Soziale Arbeit, Fakultät Wirtschaft und Soziales, HAW Hamburg

Dr. Mareike Späth, Kuratorin, Fachgebiet Ethnologie, Landesmuseum Hannover (ab März 2020)

Moderation: René Aguigah, Deutschlandfunk Kultur

Das Herrenhäuser Forum wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und am 28.2.2020 in der Sendung "Wortwechsel" ausgestrahlt.

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten". Das Tagungszentrum Schloss Herrenhausen ist barrierefrei.

Eintritt frei

Es stehen 300 Sitzplätze zur Verfügung (freie Platzwahl). Die Türen öffnen 45 Minuten vor Beginn. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aus Höflichkeit gegenüber den Vortragenden schließen wir den Einlass mit Beginn der Veranstaltung.

Service für Hörgeräteträger(innen)

Unter events@volkswagenstiftung.de können Sie für die jeweilige Veranstaltung einen Taschenempfänger mit Kopfhörer vorbestellen. Veranstaltungsinfos per E-Mail Sie möchten über zukünftige Veranstaltungen informiert werden? Wir freuen uns über Ihre Registrierung in unserem Veranstaltungsportal unter veranstaltungen.volkswagenstiftung.de.

Hintergrund Herrenhäuser Forum

Mit drei verschiedenen Schwerpunkten möchte das Herrenhäuser Forum ein breites Publikum für wissenschaftliche Fragen von gesellschaftlicher Relevanz begeistern und diese aufgrund empirischer Befunde diskutieren. Dazu werden renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aber auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Medien zu Vorträgen und Podiumsgesprächen eingeladen. Das Forum für Zeitgeschehen greift jeweils aus aktuellem Anlass historische Ereignisse auf und erörtert deren Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. Das Forum Mensch-Natur-Technik nimmt das komplexe Zusammenspiel von Natur und Technik sowie dessen Wechselwirkungen mit uns und unserer Lebenswelt in den Blick. Zentrale ökonomische und politische Herausforderungen sowie kontroverse Fragen unseres Zusammenlebens stehen im Mittelpunkt des Forums Politik-Wirtschaft-Gesellschaft.