1968 - 50 Jahre nach der Revolte

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Schloss Herrenhausen
Öffentlichkeit

Die 68er-Revolten haben die junge Bundesrepublik entschieden geprägt. Was von ihnen heute noch bleibt und wie sie rückblickend gesehen werden, diskutieren Experten am 20. Juni in Hannover.

Vor allem Studenten protestierten in ganz Westdeutschland bei den sog. 68er-Revolten. (Foto: Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland via Wikimedia Commons CC BY-SA 2.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)
Vor allem Studenten protestierten in ganz Westdeutschland bei den sog. 68er-Revolten. (Foto: Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland via Wikimedia Commons CC BY-SA 2.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

"Wären wir ohne die 68er politisch-moralisch mehr oder weniger unerweckt durchs Leben gegangen, unfähig zu trauern, [...] ohne Scham?", fragte der Journalist und Politiker Günter Gaus 2001. In der Tat beeinflussten die Revolten um das Jahr 1968 auch das innenpolitische Klima der damals noch jungen Bundesrepublik enorm: In Deutschland kamen vor allem die Diskussionen um eine Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zurück auf die politische Agenda. Zugleich brachten das Aufbegehren gegen das Establishment und die Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg rund um den Erdball neue Formen des Protests hervor - all dies hob auch den Generationenkonflikt zwischen "jung" und "alt" auf eine neue Stufe.

Anfang Juli 2018, 50 Jahre nach den global auftretenden Protesten, wird im Foyer der Volkshochschule Hannover eine Ausstellung eröffnet, die auf die lokalen und regionalen Aspekte dieser Bewegungen fokussiert: "Ansichten der Revolte - Hannover 1967-1969." Denn Hannovers besonderer Bezug zu den Protesten begründet sich unter anderem darin, dass Benno Ohnesorg, der bei der Demonstration am 2. Juni 1967 gegen den Staatsbesuch des Schahs von Persien in West-Berlin erschossen wurde, aus Hannover stammte. Ohnesorg wurde kurz nach seinem Tod in seine Geburtsstadt überführt, woraufhin tausende Studenten schweigend durch die Stadt marschierten. Die studentischen und außerparlamentarischen Proteste schwappten von Berlin aus ins gesamte Bundesgebiet und kennzeichnen den Charakter der 68er-Revolte in Deutschland. Wie aber wird ein halbes Jahrhundert später daran erinnert? Verklärend, vereinnahmend oder ablehnend? Und ganz im Sinne von Gaus: Was bleibt von 1968?

Herrenhäuser Forum für Zeitgeschehen
1968 - 50 Jahre nach der Revolte
Mittwoch, 20. Juni 2018, 19 Uhr
Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover

Programm

Kurzvorträge

"Links, antiautoritär, sozialistisch: Der SDS als Kern der Protestbewegung" 
Prof. em. Dr. Klaus Meschkat, Universität Hannover

"1968 im Spiegel gegenwärtiger Forschung"
Prof. Dr. Sven Reichardt
, Universität Konstanz

Anschließend Podiumsdiskussion mit:

Gretchen Dutschke-Klotz, Autorin
Dr. Gerd Weiberg, Kurator, Ausstellung ,,Ansichten der Revolte - Hannover 1967-1969"

Moderation: Stephan Lohr, Büro für Kunst und Literatur, Hannover

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten". Das Tagungszentrum Schloss Herrenhausen ist barrierefrei.

Eintritt frei

Es stehen 320 Sitzplätze zur Verfügung (freie Platzwahl). Die Türen öffnen 45 Minuten vor Beginn. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aus Höflichkeit gegenüber den Vortragenden schließen wir den Einlass mit Beginn der Veranstaltung.

Service für Hörgeräteträger

Unter events@volkswagenstiftung.de können Sie für die jeweilige Veranstaltung einen Taschenempfänger mit Kopfhörer vorbestellen.

Veranstaltungsinfos per E-Mail

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Hintergrund Herrenhäuser Forum

Mit drei verschiedenen Schwerpunkten möchte das Herrenhäuser Forum ein breites Publikum für wissenschaftliche Fragen begeistern. Das Forum für Zeitgeschehen greift jeweils aus aktuellem Anlass historische Ereignisse auf und erörtert deren Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. Im Forum Mensch-Natur-Technik, einer Kooperation mit Spectrum der Wissenschaft, diskutieren Wissenschaftler das komplexe Zusammenspiel von Natur und Technik und dessen Wechselwirkungen mit uns und unserer Lebenswelt. Zentrale ökonomische und politische Herausforderungen sowie kontroverse Fragen unseres gemeinschaftlichen Zusammenlebens stehen im Mittelpunkt der Diskussionen im gemeinsam mit NDR Info veranstalteten Forum Politik-Wirtschaft-Gesellschaft.