Forum für Zeitgeschehen: Deutsche Universitäten nach dem Zweiten Weltkrieg

Beginn: Uhr
Ende: Uhr
Schloss Herrenhausen
Öffentlichkeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen viele Universitäten in Trümmern. Der Wiederaufbau des akademischen Lebens und das schwierige Erbe aus der NS-Zeit sind Thema des Herrenhäuser Forums.

via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0
via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0

Zum Veranstaltungsbericht.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mussten nicht nur die teils in Trümmern liegenden Städte und Industrieanlagen neu aufgebaut werden, sondern auch die Universitäten und das akademische Leben. Neben rein materiellen Gesichtspunkten wie zerstörten Gebäuden, fehlender Literatur oder dem Mangel an Wohnraum lautete dabei eine der zentralen Fragen, ob Dozenten, die vor 1945 an deutschen Universitäten lehrten, durch die Entnazifizierungsprozesse ihre Lehrbefugnis wiedererlangen konnten. Bereits im Wintersemester 1945/46 nahmen die ersten Universitäten - allen voran die Universität Göttingen - den Lehrbetrieb wieder auf. Die westlichen Besatzungsmächte verfügten ihnen gegenüber sowohl über das Aufsichts- als auch das Weisungsrecht. Ab 1948 beeinflusste der Ost-West-Konflikt auch zunehmend die akademische Welt, als beispielsweise in West-Berlin die Freie Universität mithilfe der amerikanischen Alliierten gegründet wurde während sich die heutige Humboldt-Universität im sowjetischen Sektor befand. Wer waren die Menschen, die in der frühen Nachkriegszeit an deutschen Universitäten lehrten und studierten? Was wurde gelehrt und wie distanzierten sich Hochschullehrer von ihrer universitären Vergangenheit im NS-Staat? Welche Rolle spielten die Rückkehrer aus dem Exil und welche die Besatzungsmächte? Warum begannen die Universitäten erst Anfang der 90er Jahre, ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufzuarbeiten - und wie gingen Sie dabei vor?

Programm

Lesung 

Martin G. Kunze, Schauspieler, Hannover

Vortrag 

Prof Dr. Rüdiger vom Bruch, Humboldt Universität zu Berlin

Vortrag 

Divergierende Neuanfänge und konstruierte Kontinuitäten
Prof. Dr. Mitchell G. Ash, Universität Wien

Podiumsgespräch mit                 

Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin, Georg-August-Universität Göttingen                 

und den Vortragenden  

Moderation Dr. Wilhelm Krull, VolkswagenStiftung

Anmeldeverfahren

Bitte beachten Sie, dass im Jahre 2015 die öffentlichen Abendveranstaltungen ohne Anmeldeverfahren stattfinden. Es stehen 250 Sitzplätze zur Verfügung. Die Sitzplätze werden nach dem "First come, first serve"-Prinzip vergeben. Es besteht keine Möglichkeit, vorab Plätze zu reservieren. Der Eintritt ist frei. Einlass ist ab 18.15 Uhr.

Veranstaltungsinfos per E-Mail

Sie möchten über unsere öffentlichen Abendveranstaltungen informiert werden? Dann registrieren Sie sich bitte in unserem Veranstaltungsportal unter https://veranstaltungen.volkswagenstiftung.de/.

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten"

Die Veranstaltung zum Nachhören

Audio-Mitschnitte von unserer Veranstaltungsreihe "Herrenhäuser Forum" sowie von ausgewählten Einzelveranstaltungen finden sie in unserer Mediathek sowie über unser Podcast-Angebot "ListentoScience".

Hintergrund: Herrenhäuser Forum

Mit drei verschiedenen Schwerpunkten möchte das Herrenhäuser Forum ein breites Publikum für wissenschaftliche Fragen begeistern. Das Forum für Zeitgeschehen greift jeweils aus aktuellem Anlass historische Ereignisse auf und erörtert deren Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. Im Forum Mensch-Natur-Technik diskutieren Wissenschaftler das komplexe Zusammenspiel von Natur und Technik und dessen Wechselwirkungen mit uns und unserer Lebenswelt. Zentrale ökonomische und politische Herausforderungen sowie kontroverse Fragen unseres gemeinschaftlichen Zusammenlebens stehen im Mittelpunkt der Diskussionen im Forum Politik-Wirtschaft-Gesellschaft.