Fächer in Bewegung - Ent-/Differenzierung in der Wissenschaft

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Schloss Herrenhausen
Forschungs- und Hochschulpolitik

Brauchen Universitäten mehr oder weniger Differenzierung ihrer Disziplinen? Expertinnen und Experten sprechen darüber am 20. und 21. Mai in Hannover.

Wie sieht das zukünftige System der Disziplinen in der Wissenschaft aus? (Foto: ©Sergej Toporkov - stock.adobe.com)
Wie sieht das zukünftige System der Disziplinen in der Wissenschaft aus? (Foto: ©Sergej Toporkov - stock.adobe.com)

Auch wenn die Universitäten eine stetige Tendenz zur disziplinären Ausdifferenzierung verzeichnen, so sichern sie mit ihrem Selbstverständnis als "universitas litterarum", als "Gesamtheit der Wissenschaften", das grundlegende Konzept der Unterteilung des Lehrangebots in Wissenschaftsdisziplinen. In den 1990er Jahren kam es - mangels Auslastung - zu Schließungen von Fächern an einzelnen Universitäten. Die Bologna-Reform hat zudem den engen Zusammenhang zwischen wissenschaftlicher Disziplin, Professur, institutioneller Organisation und Studiengang vor allem im Bereich der sogenannten kleinen Fächer neu definiert: Vielerorts wurden sie mit anderen Fächern zu organisationalen Einheiten zusammengefasst und verfügen über keine eigenen Fachstudiengänge mehr. Vor diesem Hintergrund lohnt es, die heutige Situation an den Universitäten zu analysieren und Prozesse der Differenzierung und Entdifferenzierung in den Blick zu nehmen.

Prozesse der Differenzierung von Disziplinen sind wissenschaftshistorisch und -soziologisch gut erforscht, insbesondere hinsichtlich der Entstehung einzelner natur- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen. Prozesse der Entdifferenzierung wurden bislang hingegen wenig untersucht, vor allem nicht in ihrer Rückwirkung auf das Disziplinengefüge und damit auf das Hervorbringen von wissenschaftlichem Wissen selbst. Darunter sind z. B. die Entwicklung vom Einzelfach zur institutionell verfassten Kooperation mehrerer Fächer, Prozesse der Integration von kleinen in größere Fächer sowie die Entstehung inter- und transdisziplinärer Lehr- und Forschungszusammenhänge zu subsumieren. Welche Entwicklung zeichnet sich für die künftige Wissensordnung ab? Diese und weitere Fragen sollen während eines zweitägigen Workshop diskutiert werden, den die Arbeitsstelle "Kleine Fächer" gemeinsam mit der VolkswagenStiftung für geladene Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Wissenschafts- und Hochschulforschung, der Hochschulpolitik und Hochschulleitungen sowie Fachvertreterinnen und Fachvertreter aus den Geistes- und Sozialwissenschaften veranstaltet.

Workshop
Fächer in Bewegung. Prozesse der Differenzierung und Entdifferenzierung im System der Wissenschaft
20./21. Mai 2019
Schloss Herrenhausen, Hannover

Anmeldung

Es handelt sich um eine geschlossene Veranstaltung. Eine Anmeldung ist nur nach vorheriger Einladung möglich.

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten".