Wissenschaft im Umbruch - Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft

Team:

Prof. Dr. Peter Weingart

Prof. Dr. Martin Carrier

Prof. Dr. Wolfgang Krohn

PD Dr. Günter Küppers, alle Universität Bielefeld, Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT)

Prof. Dr. Paul Hoyningen-Huene, Universität Hannover, Zentrale Einrichtung für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik

Die Wissensgesellschaft ist durch zweierlei charakterisiert. Erstens wird das Alltagswissen, auf das sich die Menschen verlassen haben, zunehmend durch wissenschaftliches Wissen ersetzt. Dies geschieht in der Erwartung, mit seiner Hilfe ließe sich größere Sicherheit erlangen. Zweitens generiert die Wissenschaft fortlaufend neue Probleme, für die das Alltagswissen keine Antworten haben kann, weil sie in der Alltagserfahrung gar nicht vorkommen. Risiken neuen Wissens – Lassen sich Nanoteilchen kontrollieren? – und neuer Techniken – Ist Genfood gesundheitsschädlich? –, die es in dieser Form zuvor nicht gab, werden ihrerseits zum Ausgangspunkt neuer Erwartungen an die Wissenschaft, das Wissen zur Vermeidung und Bewältigung der Risiken zu liefern. Eine wichtige Begleiterscheinung dieser Dynamik ist: die Forschung wird zur Aufklärung immer komplexerer Phänomene getrieben und aus diesem Grund immer unsicherer in ihren Aussagen. So sind die Modelle zur Wettervorhersage zwar immer genauer geworden, gleichzeitig ist aber das Wissen um die Unsicherheiten der Wetterprognosen gestiegen. Für lange Zeit blieb dieser paradoxe Zirkel undurchschaut. Das Projekt war der Untersuchung dieser Probleme gewidmet und ist dabei in mehrfacher Hinsicht neue Wege gegangen. Erstens hat es die Frage nach der Veränderung der Wissensordnung in den Mittelpunkt gerückt, weil es bei der Diagnose der Wissensgesellschaft letztlich um die Bedingungen der Wissensproduktion und die Formen des produzierten Wissens geht. Zweitens hat es allgemeinere theoretische Betrachtungen wichtiger Aspekte der Wissensgesellschaft mit konkreten empirischen Analysen verbunden, um vielfältige Behauptungen über den Charakter der neuen Wissensordnung zu überprüfen. Drittens hat es wissenschaftssoziologische und -philosophische Perspektiven zusammengeführt.