Natürliche Voraussetzungen kognitiver und sozialer Fähigkeiten

Publikationen

Bartels, A. und Newen, A., Animal Minds and The Possession of Concepts, in: Philosophical Psychology 20 No.3 (2007), S. 283-308 (http://www.philosophie.uni-bonn.de/mitarbeiter/professoren-1/prof.-dr.-andreas-bartels-2).

Kockler, H./ Scheef, L./ Tepest, R./ David, N./ Bewernick, B. H./ Newen, A./ Schild, H. H./ May, M./ Vogeley K., Visuospatial perspective taking in a dynamic environment: Perceiving moving objects from a first-person-perspective induces a disposition to act, in: Consciousness and Cognition 19 (2010), S. 690–701.

Knowlege and Represantation (Buchveröffentlichung in diesem Projekt, erscheint in den nächsten Monaten beim Metis Verlag).

Team:

Prof. Dr. Andreas Bartels, Institut für Philosophie, Universität Bonn

Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley, Psychiatrie, Klinikum der Universität zu Köln

Prof. Dr. Albert Newen, Institut für Philosophie, Ruhr-Universität Bochum

PD Dr. Mark May,  Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

Dr. Eva-Maria Jung, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Münster und Geschäftsführerin des Zentrums für Wissenschaftstheorie

Prof. Dr. Ulrike Pompe, Juniorprofessorin an der Universität Stuttgart
Dr. Raphael van Riel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Ruhr-Universität Bochum

Christoph Michel, Doktorand

Prof. Dr. Gottfried Vosgerau, Juniorprofessor an der Universität Düsseldorf

Ramiro Glauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg

Kristina Schmitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

Wie schon im Vorgängerprojekt „Wissen und Können“ war die Arbeit in diesem Projekt in einem interdisziplinären Verbund von Philosophie, Psychologie und kognitiver Neurowissenschaft organisiert. Dabei wurden die Grundlagentheorien in den philosophischen Teilprojekten (unter der Leitung von A. Bartels und A. Newen) entwickelt. Im Zentrum standen dabei die Einschätzung mentaler Phänomene anderer Personen und der nichtbegriffliche Gehalt körperzentrierter Raumwahrnehmung. Diese Grundlagentheorien wurden in den empirischen Teilprojekten (unter der Leitung von M. May und K. Vogeley) auf ihre Fruchtbarkeit und empirische Adäquatheit überprüft.

Die Leitfrage dieses Projekts ist dabei wie folgt formuliert:

In welcher Weise hängen Konflikte, die durch die Interaktion verschiedener nichtbegrifflicher und begrifflicher Repräsentationsformate als Grundlage kognitiver und sozialer Fähigkeiten entstehen, von den natürlichen Voraussetzungen ab, unter denen diese Fähigkeiten angeeignet und ausgeübt werden?

Bei der Untersuchung der Abhängigkeit kognitiver und sozialer Fähigkeiten von den natürlichen Bedingungen unter denen sie angeeignet und ausgeübt werden, wurde der Fokus auf mögliche Quellen von Konflikten zwischen verschiedenen beteiligten Repräsentationsformaten gelegt. Im Anwendungsfeld der Objektwahrnehmung treten Konflikte zwischen begrifflichen und nichtbegrifflichen Anteilen des Wahrnehmungsvermögens auf. In einer Theorie der Objektwahrnehmung ist insbesondere die Interaktion von nichtbegrifflichen und begrifflichen Prozessen herausgearbeitet worden (Newen). Hinsichtlich der Aneignungsbedingungen bei sozialen Fähigkeiten stellt die bereits im Projekt „Wissen und Können“ entwickelte Grundlagentheorie (Newen) die Basis für die empirische Untersuchung (Vogeley) dar.

Die empirischen Untersuchungen zur Raumkognition wurden im Rahmen der Erforschung von Interferenzphänomenen durch eine aktualisierte körperbezogene Perspektive und die entsprechenden sensomotorischen Repräsentationen sowie die Exploration grundsätzlicher Mechanismen der Interferenzmodulation durchgeführt (May). Die vorhergehenden Ansätze in der Repräsentationstheorie, welche die Basis für alle theoretischen Überlegungen im Projekt bildet, mussten daher erweitert werden. Diese Erweiterung bezog sich auf die Frage, wie durch Einbeziehung von Repräsentations-Mechanismen Interaktionen zwischen Repräsentationsformaten beschrieben und erklärt werden können (Bartels).

Zielführend und im Hinblick auf die Leitfrage dieses Projekts konnte folgende Hypothese untermauert und deren Relevanz für die empirische Lernforschung herausgearbeitet werden.

Konflikte zwischen Repräsentationsformaten schlagen sich in den durch sie gestützten kognitiven Leistungen nieder. Wissen über die Abhängigkeit solcher Konflikte von natürlichen Kontexten ihrer Aneignung und Ausübung kann dazu genutzt werden, um die aus ihnen resultierenden Leistungsdefizite zu verringern.