Formen des Lebens. Philosophische Dimensionen der aktuellen biomedizinischen Forschung

Team:

Prof. Dr. Barry Smith, Universität des Saarlandes, IFOMIS - Institut für formale Ontologie und medizinische Informationswissenschaften

Prof. Dr. Heinz Sass, Universität Leipzig, Lehrstuhl für Genetik, Institut für Biologie II

Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer, Universität Leipzig, Lehrstuhl für Theoretische Philosophie

Die Anwendung neuer informationstechnischer Mittel in der biomedizinischen Forschung und die damit verbundene, kontinuierlich zunehmende Datenflut erfordern ein konsequentes Nachdenken darüber, wie biologische Daten klassifiziert und integriert werden können. Dazu bedarf es robuster und sachadäquater Grundbegriffe wie Art, Spezies, Teil, Ganzes, Funktion, Prozess, Fragment, usw. Solche Begriffe gehören zum impliziten Wissen jedes Biologen.

Computergestützte Informationssysteme bedürfen nun explizit formulierter Theorien und Definitionen. Sie bereitzustellen, ist eine Aufgabe der Philosophie, die in diesem Sinne eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Biologie und Informatik übernehmen kann und muss.

Im Projekt “Formen des Lebens” haben Philosophen, Biologen sowie Bio- und Medizininformatiker daran gearbeitet, eine philosophisch begründete, umfassende Gesamttheorie der wichtigsten Grundbegriffe der biomedizinischen Forschung zu formulieren. Diese Theorie soll als Grundlage für neue Strategien zur Organisation und Integration von Informationen im Bereich der biomedizinischen Informatik dienen und dadurch auch einen Beweis für die praktische Anwendbarkeit der gegenwärtigen Philosophie erbringen.