Archive der Vergangenheit. Wissenstransfers zwischen Archäologie, Philosophie und Künsten

Team:
Prof. Dr. Detlef Rößler
Priv.-Doz. Dr. Dr. Stefan Altekamp, beide Humboldt-Universität Berlin, Institut für Archäologie
Prof. Dr. Knut Ebeling, Professor für Medientheorie, Weißensee - Kunsthochschule Berlin

Ausgangspunkt des Forschungsprojekts war die Diagnose einer sogenannten "Aktualität des Archäologischen", die ausgehend von Geisteswissenschaften und Künsten auch eine allgemeinere Öffentlichkeit erreicht hat. Während diese "Aktualität" sich in der Öffentlichkeit in der Debatte um das Verhältnis zwischen modernen Techniken und vergangenen Inhalten niedergeschlagen hat, haben sich auch in den Geisteswissenschaften in den letzten Jahren vermehrt Anzeichen einer Reformulierung ihrer Zugriffsweisen auf die Vergangenheit unter technischen und medialen Anzeichen bemerkbar gemacht.

Die Arbeit der Forschungsgruppe hat für wissenschaftliche und außerwissenschaftliche Öffentlichkeiten deutlich gemacht, aus welchen Gründen die Archäologie heute eine Leitfunktion in demjenigen Diskurs übernimmt, der sich anschickt, die Grenzen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften zu überwinden: Anders als die meisten Geisteswissenschaften ist sie auf materielle Speicher sowie die wissensproduzierende Rolle des Technischen – d. h. auf die "Archive der Vergangenheit" (Theodor Mommsen) – angewiesen. Da ihre Forschungs- und Fachgeschichte beide Kompetenzen vereint, ist sie als Gesprächspartnerin und Vermittlerin zwischen den "two cultures" gefragt.