Dynamik und Adaptivität neuronaler Systeme - Integrative Ansätze zur Analyse kognitiver Prozesse

Beendet: April 2004

Mit diesem Schwerpunkt wollte die Stiftung disziplinenübergreifende Forschung in den Neurowissenschaften fördern. Die dynamische Anpassungsfähigkeit des Gehirns, auch Adaptivität oder Plastizität genannt, ist von grundlegender Bedeutung für die Hirnentwicklung und spielt für unterschiedliche kognitive Prozesse wie Wahrnehmung, Lernen oder Gedächtnisbildung eine wesentliche Rolle. Adaptive Veränderungen bilden auch die Basis für die Fähigkeit des Gehirns zur Reorganisation und ermöglichen in begrenztem Ausmaß eine Kompensation von Hirnschäden.

Das Phänomen der Adaptivität des Gehirns ist somit für unterschiedlichste Bereiche der kognitiven Neurowissenschaften von Bedeutung; die zugrundeliegenden Mechanismen sind bisher jedoch nur teilweise verstanden, und die Zusammenhänge, die von einem veränderten Aktivierungsmuster von Nervenzellen zu definierten kognitiven oder motorischen Leistungen führen, sind weitgehend ungeklärt. Für die Bearbeitung von Fragestellungen, die sich mit der Bedeutung der Dynamik und Adaptivität neuronaler Systeme für kognitive Prozesse beschäftigen, ist daher ein interdisziplinärer Ansatz erforderlich, in dem Wissenschaftler aus unterschiedlichen Bereichen (Molekular- und Zellbiologie, Elektrophysiologie, kleinere und größere Neuronenverbände, transgene Tiertechnologie, Computational Neuroscience, Verhaltensbiologie, nichtinvasive bildgebende Verfahren, klinische Neurobiologie, Psychologie, Neurologie und Psychiatrie) zusammenarbeiten.

Daher stand im Mittelpunkt des neuen Schwerpunktes die Förderung größerer Verbundprojekte, die Kooperationen zwischen Arbeitsgruppen aus dem experimentellen und theoretischen Bereich umfassten, ergänzt durch methoden-orientierte Einzelvorhaben, Stipendien an Nachwuchswissenschaftler bzw. Reisekostenzuschüsse an Professoren.