Learning from Partners

Fünf große deutsche Stiftungen und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft haben erstmalig in einer breit angelegten Studie ihre Projektpartner zu verschiedenen Bereichen der Stiftungsarbeit befragt.

„Learning from Partners“ ist ein gemeinsames wissenschaftliches Forschungsprojekt von Fritz Thyssen Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Stiftung Mercator, VolkswagenStiftung sowie ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Die Studie wurde vom Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Universität Heidelberg gemeinsam mit FSG Social Impact Consultants durchgeführt.

Im Zeitraum von Dezember 2011 bis März 2012 hat das CSI mit einem für das deutsche Stiftungswesen entwickelten Online-Fragebogen von rund 60 Fragen knapp 6.500 Partner von sechs deutschen Stiftungen befragt. Die Rücklaufquote lag mit 1.981 verwertbaren Antworten bei 30,5 Prozent. Die Daten wurden anonym erhoben. Es wurden Projektpartner aus dem Jahr 2010 befragt, deren Projekte in dem Jahr neu bewilligt wurden, bereits liefen oder offiziell in Form einer Absage nicht bewilligt wurden. Unter den verwertbaren Antworten waren 523 Projektpartner aus abgelehnten Projekten.

Die sechs Stiftungen erhalten ihre Ergebnisse als individuelle Einzelreports. In der Studie wurden die Werte der sechs Stiftungen anonymisiert zu einem Durchschnittswert zusammengezogen.

Ergebnisse zu Zufriedenheit, Wahrnehmung und ProzessenZur Zufriedenheit der Stiftungspartner: Die befragten Projektpartner zeigen sich mit der Partnerschaft zu den Stiftungen (94 Prozent) und ihrem jeweiligen Ansprechpartner (87 Prozent) überdurchschnittlich zufrieden.


Stiftungen in der Wahrnehmung der Partner

Die beteiligten Stiftungen werden als verlässlich (74 Prozent) und zielorientiert (68 Prozent) wahrgenommen. Überdurchschnittlich viele der Befragten (80 Prozent) schätzen das Renommee von Stiftungen als hoch ein. Die sechs Stiftungen gelten im Auge ihrer Partner allerdings als mäßig flexibel (42 Prozent) und bedingt transparent (56 Prozent). 63 Prozent der befragten Projektpartner stufen die Stiftungen als innovativ ein.

Bewertung der administrativen Prozesse

Hier zeigt sich, dass die beteiligten Stiftungen ihr Management von Absagen verbessern und transparenter in ihren Entscheidungsabläufen sein könnten. So gibt beispielsweise mehr als ein Viertel der Befragten an, dass sie über den weiteren administrativen Ablauf nach dem Einreichen ihres Antrags nicht informiert wurden; knapp 80 Prozent der abgelehnten Antragsteller haben keine Hinweise zur Verbesserung ihres Antrags bekommen. Positiv bewertet wird demgegenüber der organisatorische Aufwand während der Förderung. Die bewilligten Projektpartner halten diesen mehrheitlich (77 Prozent) für angemessen.

Beiträge zur individuellen und institutionellen Stärkung

Die befragten Projektpartner sind mit der Beratungsleistung überaus zufrieden. 78 Prozent geben an, dass die Antragsstellung bei einer der Stiftungen zur Präzisierung und Schärfung ihres Vorhabens beigetragen hat. 72 Prozent empfinden darüber hinaus das persönliche Gespräch mit den Mitarbeitern der Stiftungen als große Unterstützung. Allerdings sieht nur gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) die Sichtbarkeit des Projekts durch die Förderung erhöht.


Methodisches Vorgehen und Vorbild aus den USA

Die Idee für „Learning from Partners“ stammt aus den USA. Seit 2002 wird dort durch das Center for Effective Philanthropy der Grantee Perception Report erstellt; seit Beginn wurden mehr als 52.000 Partner von rund 190 Stiftungen befragt.