Das Leben der Besatzungs- und Wehrmachtskinder des 2. Weltkriegs

Beginn: 04. Jun 15, 21:00 Uhr | Ende: 05. Jun 15 | Schloss Herrenhausen

Kinder, die im Krieg von ausländischen Soldaten und einheimischen Müttern gezeugt wurden, leiden oft unter diesem Stigma. Die erst junge psychosoziale Erforschung dieses Themas steht im Fokus des öffentlichen Vortragsabends am 4. Juni 2015.  

Nicht nur während des Krieges leiden Kinder. Auch Kinder, die in Kriegen entstehen, sind oftmals traumatisiert. (Foto: Heilig – via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

In Zeiten des Krieges zeugen immer wieder ausländische Soldaten und einheimische Mütter gemeinsame Kinder - sei es durch Vergewaltigungen oder (un-)freiwillige Beziehungen. Unter anderem wurden im Zweiten Weltkrieg Kinder von Wehrmachtssoldaten in Norwegen und im Nachkriegsdeutschland von Besatzungssoldaten gezeugt. Deren zumeist schwierigen Entwicklungsbedingungen gründen auf häufigen Diskriminierungen und zum Teil traumatisierenden Erfahrungen. Nicht selten waren sie durch ein doppeltes Stigma als ,,Kinder des Feindes" und als unehelich belastet. Das oftmals fehlende Wissen über den biologischen Vater stellt zudem eine Bruchstelle im Identitätsbildungsprozess dar.

Im Kontext des Zweiten Weltkrieges wurde nur über wenige Themen jahrzehntelang so weitreichend geschwiegen wie über die Kinder des Krieges. Erst in den letzten Jahren haben Forscher begonnen, sich mit dem gesellschaftlichen Umgang und den individuellen Bedingungen des Aufwachsens dieser Kinder auseinanderzusetzen.

Die öffentliche Abendveranstaltung "Vaterlos und ausgegrenzt? - Über das Leben der Besatzungs- und Wehrmachts-Kinder des Zweiten Weltkriegs" am 4. Juni 2015 ab 19:00 Uhr  lässt Besatzungs- und Wehrmachtskinder zu Wort kommen und gibt Einblicke in die psychosoziale Erforschung dieses Themas.

Programm

Vorträge

PD Dr. Philipp Kuwert, Universität Greifswald

Gisela Heidenreich, Lebensborn-Kind und Autorin

Lesung

Ute Baur-Timmerbrink, Besatzungskind und Autorin

Podiumsdiskussion

Prof. Dr. Ingvill C. Mochmann, GESIS-Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Köln

Birgrit Michler, Besatzungskind

Winfried Behlau, Besatzungskind

Michael Martin, Besatzungskind

PD Dr. Heide Glaesmer, Universität Leipzig

sowie den Vortragenden

Moderation

PD Dr. Philipp Kuwert

Anmeldeverfahren

Bitte beachten Sie, dass im Jahre 2015 die öffentlichen Abendveranstaltungen ohne Anmeldeverfahren stattfinden. Es stehen 250 Sitzplätze zur Verfügung. Die Sitzplätze werden nach dem "First come, first serve"-Prinzip vergeben. Es besteht keine Möglichkeit, vorab Plätze zu reservieren. Der Eintritt ist frei. Einlass ist ab 18.15 Uhr.

Veranstaltungsinfos per E-Mail

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Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle "Herrenhäuser Gärten".