Niedersächsischer Forschungstag begeistert Groß und Klein

12. Mai 17

flux – der erste Niedersächsische Forschungstag hat am 6. Mai 2017 rund 3.500 Menschen nach Hannover gelockt. Im Schloss Herrenhausen gab es Wissenschaft zum Anfassen, Mitmachen, Zuhören und Fragen stellen.

© VolkswagenStiftung

Mitmachen ausdrücklich erwünscht – so könnte man das Motto des ersten niedersächsischen Forschungstages zusammenfassen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem gesamten Bundesland stellten am 6. Mai 2017 bei flux, dem ersten Niedersächsischen Forschungstag, ihre aktuellen Forschungsprojekte vor. Von künstlichen Organen über schmackhafte Algen in Chipsform, einen neuen, überaus effektiven Läusekamm und hochbewegliche Laufroboter bis hin zu Abfall, der sich in Nahrung umwandeln lässt, einem riesigen Ohrmodell zum Anfassen und sogar dem Nachbau einer ganzen Wattenmeer-Forschungsstation – für jedes Alter und für jeden Geschmack waren Exponate in Schloss Herrenhausen zu bestaunen. Dabei standen die Forscher(innen) allen Gästen Rede und Antwort, ließen sie ihre Ausstellungsobjekte anfassen und ausprobieren. Und das Interesse der Besucher(innen) war groß: Über den sonnigen Samstag verteilt kamen insgesamt rund 3.500 Gäste in das Tagungszentrum.

Doch nicht nur die Exponate begeisterten das Publikum. Bereits beim ersten Vortrag des Tages war das Auditorium bis auf den letzten Platz belegt. Gehalten wurde er von Prof. Dr. Karsten Danzmann, den meisten Gästen seit dem ersten Nachweis der Gravitationswellen im Jahr 2015 bekannt und seines Zeichens Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover sowie Direktor am Max-Planck Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), ebenfalls in Hannover. Er sprach über die Geheimnisse des Universums und löste mit seinen Geräusch-Imitationen des Zusammenpralls zweier Schwarzer Löcher beim Publikum große Begeisterung aus. Nach seinem Vortrag wurde er von den Moderatoren Shary Reeves und Jan-Martin Wiarda in die Kaffee-Ecke gebeten, wo ihm die Zuschauer(innen) alle Fragen stellen konnten, die ihnen rund ums Weltall noch unter den Nägeln brannten. Auf Danzmann folgte Prof. Dr. Dr. h.c. Axel Haverich, Ärztlicher Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover, dem sich dann weitere spannende Vorträge und Panel-Diskussionen anschlossen. Abends rundete ein Science-Slam den Vortragsreigen ab.

Auch für das jüngere und ganz junge Publikum war das Angebot mindestens ebenso spannend. Unterstützt durch das phaeno lab sowie die IdeenExpo wurden zahlreiche Mitmach-Stände, Bastel- und Rätsel-Stationen aufgebaut, an denen die Kinder nach Herzenslust ausprobieren und ganz nebenbei dazulernen konnten. Wie fährt ein Solarfahrzeug im Dunkeln? Wie muss man Häuser bauen, damit sie schön warm und gut isoliert sind? Und was muss ich beachten, damit mein gebasteltes Auto besonders gut und weit fahren kann? Diesen und weiteren Fragen konnten die Kinder unter fachkundiger Anleitung auf den Grund gehen – und dabei sogar noch eine Kleinigkeit gewinnen.

Und ebenso fachkundig und interessiert haben Checker Can und Checker Tobi, bekannt aus dem KiKa, ihre Fragen an die Forscher(innen) gestellt. Ihr erklärtes Ziel dabei: herausfinden, wie die Dinge laufen! Auf mehreren Checker-Rallyes, verteilt über den ganzen Tag, sind sie mit Kindern auf Entdecker- und Checker-Tour gegangen und haben bei den Wissenschaftler(inne)n deren Projekte bis aufs Kleinste hinterfragt, sodass am Ende keine Frage unbeantwortet blieb.

Tina Walsweer

Hintergrund Niedersächsischer Forschungstag

Der Niedersächsische Forschungstag flux ist eine gemeinsame Veranstaltung des Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der VolkswagenStiftung. Er fand erstmals am 06. Mai 2017 im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen statt. Er dient dem Dialog zwischen Spitzenforscher(inn)en aus dem gesamten Bundesland und der Öffentlichkeit auf Augehöhe und soll die Forschungsprojekte, an denen in Niedersachsen gearbeitet wird, transparent und verständlich präsentieren.