Globale Herausforderungen im Blick: Europäische Stiftungen geben Impulse für internationale Forschung

19. Jun 17

Klima, Migration, globale Gesundheit – Gemeinsame Initiative "Europe and Global Challenges" von VolkswagenStiftung, Wellcome Trust und Riksbankens Jubileumsfond bewilligt 5 Mio. Euro an grenzüberschreitende, interdisziplinäre Projekte aus den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Diese Bushaltestelle in Worms wurde während des Hochwassers in Mitteleuropa 2013 stark überflutet. (Foto: Jivee Blau via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Diese Bushaltestelle in Worms wurde während des Hochwassers in Mitteleuropa 2013 stark überflutet. (Foto: Jivee Blau via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Hitzewellen, Überschwemmungen, Tropenstürme – der Klimawandel und seine Folgen gehören genauso wie internationale Migrationsbewegungen, demografischer Wandel oder soziale Ungleichheit zu den aktuellen Herausforderungen, die nur durch kollektives Handeln auf globaler Ebene bewältigt werden können. Die Initiative "Europe and Global Challenges" von VolkswagenStiftung, Wellcome Trust (Großbritannien) und Riksbankens Jubileumsfond (Schweden) ermutigt Geistes- und Sozialwissenschaftler(innen) dazu, gemeinsame Forschungsprojekte zu diesen Themen mit Forscher(inne)n aus außereuropäischen Regionen anzugehen.

In der aktuellen Ausschreibungsrunde bewilligten die Stiftungen jetzt insgesamt rund 5,13 Mio. Euro für sechs Projekte, die sich schwerpunktmäßig mit den Themen "Klima", "Migration" und "Gesundheit" beschäftigen. Drei dieser Projekte werden unter Beteiligung deutscher Forschungseinrichtungen durchgeführt. Die beiden von der VolkswagenStiftung geförderten Projekte stellen wir im Folgenden kurz vor.

Auswirkungen des Klimawandels auf die europäische Wirtschaft

Von extremen Wetterlagen ist die europäische Wirtschaft nicht nur ganz direkt durch regionale Ereignisse wie die Hochwasserperiode im Jahr 2013 oder die Hitzewelle im Jahr 2003 betroffen, sondern auch indirekt durch ihre vielfältigen internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Das Kooperationsprojekt "Impact of Intensified Weather Extremes on Europe’s Economy" von Prof. Dr. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sowie wissenschaftlichen Partnern aus den USA und Australien untersucht die Auswirkungen solcher Extremwetterlagen auf die Wirtschaft, da zukünftig aufgrund des Klimawandels voraussichtlich verstärkt solche Wetterereignisse auftreten werden.

Die Wissenschaftler(innen) erarbeiten mögliche Zukunftsszenarien für die Entwicklungen der europäischen Wirtschaft sowie Handelsbeziehungen bis 2050. Anhand eines numerischen Modells zur Berechnung der Ausbreitung des wirtschaftlichen Schadens wollen sie den direkten und indirekten Einfluss von Wetterextremen auf die europäische Wirtschaft bewerten und mögliche Anpassungsstrategien entwickeln. Für das Projekt stellt die VolkswagenStiftung bis zu 784.900 Euro zur Verfügung. 

Nichtstaatliche Klimaschutz-Initiativen im globalen Süden

Mit 757.700 Euro fördert die VolkswagenStiftung das Projekt "Strengthening Non-State Climate Action in the Global South" von Dr. Thomas Hale, University of Oxford, an dem Partner aus Deutschland, Indien und Kenia beteiligt sind. Die Wissenschaftler(innen) untersuchen nichtstaatliche Maßnahmen zum Klimaschutz durch sogenannte transnationale Klimaschutz-Initiativen ("transnational climate governance", TCG). Zu ihnen zählen beispielsweise Städte, Unternehmen oder zivilgesellschaftliche Gruppen, die den Klimaschutz parallel zu nationalen Regierungen vorantreiben. Allerdings konzentrieren sich TCGs zumeist auf den Globalen Norden und lassen damit u. a. die Entwicklungsländer außer Acht. Diese werden aber zukünftig nicht nur verantwortlich für einen Großteil der klimaschädlichen Emissionen sondern zudem von den Auswirkungen des dadurch bedingten Klimawandels besonders betroffen sein.

Die Projektbeteiligten untersuchen die bislang vor allem im Süden noch wenig untersuchte Wirksamkeit von TCG-Initiativen sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene. Die Ergebnisse sollen klären, welche Faktoren für den Erfolg von TCG-Projekten wichtig sind und wie nichtstaatliche Akteure im Globalen Süden bestmöglich zur Handhabung und Eingrenzung der Folgen des Klimawandels beitragen können.

Die weiteren geförderten Projekte im Überblick:

Bewilligungen des Riksbankens Jubileumsfond (Schweden)

"Sexual and Gender-based Violence in the Refugee Crisis: Vulnerabilities, Inequalities and Responses"
Prof. Dr. Jenny Phillimore, University of Birmingham, Institute for Research into Superdiversity

"The Responsible Deal: Where and How to Best Protect and Integrate Syrian Refugees?"
Prof. Erik Berglöf, The London School of Economics and Political Science, Institute of Global Affairs, London

"Identifying and Implementing Appropriate and Effective Public Policy Responses for Improving the Sexual Health of Migrants and Refugees"
Prof. Dr. Sarah Hawkes, University College London, Institute for Global Health

Bewilligung des Wellcome Trust (Großbritannien)

"The Ethics of Health Policy Experiments: A Global Framework for Design and Oversight"
Prof. Dr. Till Bärnighausen, Universitätsklinikum Heidelberg, Institute of Public Health

Die Förderinitiative "Europe and Global Challenges"

Alle Informationen zur Initiative finden Sie unter "Europe and Global Challenges".