European XFEL: VolkswagenStiftung fördert wissenschaftlichen Nachwuchs

01. Sept 17

Am 1. September 2017 wird in Hamburg eine Forschungsanlage der Superlative feierlich eröffnet: Der European XFEL. Die VolkswagenStiftung startete bereits 2010 eine Förderinitiative, um den wissenschaftlichen Nachwuchs auf die Arbeit in der Großforschungsanlage vorzubereiten.

Wie funktioniert der European XFEL? Zwei Peter Paul Ewald-Fellows der VolkswagenStiftung berichten.
© VolkswagenStiftung

Mit dem leistungsstarken Röntgenlaser des European XFEL lassen sich dreidimensionale Aufnahmen im Nanokosmos machen, chemische Prozesse filmen und atomare Strukturen entschlüsseln. Wissenschaftler(innen)teams aus der ganzen Welt wollen zukünftig mithilfe seiner Röntgenblitze bisher nie gesehene Dinge sichtbar machen. Die "Elbphilharmonie der Wissenschaft" soll international neue Maßstäbe setzen und ein völlig neues Forschungs- und Wissenschaftsfeld eröffnen. Läuft diese unterirdische Großforschungsanlage erst einmal, müssen die Wissenschaftler(innen) jedoch auch in der Lage sein, mit ihr zu arbeiten. Die VolkswagenStiftung startete daher vor sieben Jahren eine Förderinitiative, um die nächste Wissenschaftler(innen)generation auf die Anwendung dieser Technologie vorzubereiten: Die Peter Paul Ewald-Fellowships.

Der Beschleunigertunnel des European XFEL verläuft unterirdisch und ist knapp zwei Kilometer lang. (Foto: VolkswagenStiftung)

Der Beschleunigertunnel des European XFEL verläuft unterirdisch und ist knapp zwei Kilometer lang. (Foto: VolkswagenStiftung)

Forschungsaufenthalt in Stanford

Durch die Initiative konnten die 16 geförderten jungen Wissenschaftler(innen) bis zu zwei Jahre experimentelle Erfahrung an der Stanford University in Kalifornien am bislang leistungsfähigsten Röntgenlaser der Welt, dem SLAC, sammeln. Durch die anschließende Förderphase in Deutschland sind die Geförderten jetzt bestens vorbereitet, um ihr Können direkt am XFEL in Hamburg einzusetzen. Drei von ihnen arbeiten bereits in der Großforschungsanlage. Auf einem Statussymposium am European XFEL tauschen sich alle Ewald-Fellows im Oktober zu ihrer aktuellen Forschung aus.

Dr. Ulf Zastrau ist Gruppenleiter am European XFEL und erforscht die Eigenschaften von Materie unter Extrembedingungen. (Foto: VolkswagenStiftung)

Dr. Ulf Zastrau ist Gruppenleiter am European XFEL und erforscht die Eigenschaften von Materie unter Extrembedingungen. (Foto: VolkswagenStiftung)

Wie funktioniert der Röntgenlaser?

In unserem  Video "Spitzentechnologie European XFEL – Nachwuchsförderung durch die VolkswagenStiftung" wird die Funktionsweise der Anlage erklärt und zwei Ewald-Fellows berichten über ihren Werdegang und ihre Arbeit mit dem Freie-Elektronen-Laser. Der Physiker Dr. Ulf Zastrau, seit 2015 Gruppenleiter am European XFEL, erforscht die Eigenschaften von Materie unter Extrembedingungen und widmet sich insbesondere der Atmosphäre von Gasplaneten. Dr. Markus Ilchen, Wissenschaftler am XFEL, erforscht die Chiralität von Molekülen, auch Händigkeit genannt, die unter anderem für die Wirkung von Medikamenten eine tragende Rolle spielt.

Dr. Markus Ilchen (rechts) und ein Kollege in einer der Experimentierhütten des European XFEL. (Foto: VolkswagenStiftung)

Dr. Markus Ilchen (rechts) und ein Kollege in einer der Experimentierhütten des European XFEL. (Foto: VolkswagenStiftung)

Laser-Show und Live-Stream zur Eröffnung

Hamburg begrüßt die neue Forschungsanlage seit dem 28. August mit einem besonderen Willkommensgruß: Fünf verschiedene Standorte der Stadt schicken mit einer Laserinstallation Licht nach Schenefeld. An der Großforschungsanlage antworten fünf Laserstrahlen und kennzeichnen den unterirdischen Verlauf der Anlage. (Link zur Pressemitteilung "Hamburg strahlt für den European XFEL"). Ab September können dann bereits die ersten ausgewählten Wissenschaftler(innen)teams ihre Forschung aufnehmen (Link zur Pressemitteilung "Erste Nutzergruppen zum European XFEL eingeladen"). Sie mussten Anfang 2017 ihre Projektvorschläge einreichen und sich einem internationalen Expertengremium stellen. 14 Forschungsgruppen starten jetzt mit ihren auf der Grundlage wissenschaftlicher Exzellenz und technischer Machbarkeit bewerteten Projekten. Bevor sich die Wissenschaftler(innen) an die Arbeit machen können, wird die feierliche Eröffnung begangen, die am 1. September ab 15 Uhr im Livestream übertragen wird (Link Live-Stream European XFEL).

Weiterführende Informationen

Link zum Livestream der Eröffnungsfeier am XFEL
Link zur XFEL-Pressemitteilung "Hamburg strahlt für den European XFEL"
Link zur XFEL-Pressemitteilung "Erste Nutzergruppen zu European XFEL eingeladen"

Hintergrund

Durch die Initiative "Forschung mit Freie-Elektronen-Lasern: Peter Paul Ewald-Fellowships am LCLS in Stanford" – benannt nach Peter Paul Ewald (1888-1985), einem Pionier der Röntgenmethoden – unterstützt die VolkswagenStiftung Nachwuchsforscher(innen) im Bereich der Freie-Elektronen-Laser. Sie wurde 2010 eingerichtet und war 2015 letztmalig ausgeschrieben.