Europäische Stiftungen schließen sich zusammen, um globale Herausforderungen anzugehen

13. Sept 17

Drei der größten philanthropischen Stiftungen Europas vergeben 5 Mio. Euro, um einige der drängendsten globalen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen: Der britische Wellcome Trust, der schwedische Riksbankens Jubileumsfond und die VolkswagenStiftung unterstützen sechs Forschungsgruppen aus ganz Europa, die über Ländergrenzen hinweg kooperieren und forschen wollen.

Viele scheinbar lokale Probleme wie die Urwald-Abholzung betreffen nicht nur das Land, in dem sie bestehen, sondern ganze Kontinente - und sind Thema der Förderprojekte. (Foto: Dikshajhingan via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Viele scheinbar lokale Probleme wie die Urwald-Abholzung betreffen nicht nur das Land, in dem sie bestehen, sondern ganze Kontinente. Solche Themen passen in die Förderinitiative. (Foto: Dikshajhingan via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Millionen Menschen in der ganzen Welt stehen vor großen Herausforderungen, die ihre Gesundheit, ihre Sicherheit und ihre Existenzgrundlage betreffen. Die Welt muss die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg bewältigen und soziale Ungleichheit und extreme Wetterereignisse bedrohen zunehmend mehr Menschenleben. Das Ausmaß dieser Probleme ist so groß, dass kein Land sie im Alleingang angehen oder gar lösen kann.

Im Rahmen der Förderinitiative "Europe and Global Challenges" wurden sechs interdisziplinäre Forschungsgruppen mit Projekten ausgewählt, die von der Asylpolitik bis zum Klimaschutz im globalen Süden reichen. Jeder Stiftungspartner finanziert dabei zwei der Projekte direkt. Die drei Stiftungen haben in den vergangenen Jahren im Rahmen der Initiative "Europe and Global Challenges" eine einzigartige Partnerschaft aufgebaut. Gemeinsam arbeiten die Förderer an globalen Problemen, die Europa betreffen, und ermutigen Forscher dazu, ihrerseits neue Kooperationen mit Kollegen aus der ganzen Welt zu knüpfen.

Die sechs Projekte, die eine Finanzierung erhalten, sind:
  • Erik Berglöf, London School of Economics, der untersucht, wo und wie man am besten syrische Flüchtlinge schützt und integriert.
  • Jenny Phillimore, Universität von Birmingham, die sich der Erforschung sexueller und geschlechtsspezifische Gewalt in der Flüchtlingskrise widmet.
  • Thomas Hale, Universität Oxford, der erforscht, wie sich die nichtstaatlichen Klimaschutzmaßnahmen im globalen Süden stärken lassen.
  • Anders Levermann, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der die Auswirkungen von intensivierten Wetterextremen auf die europäische Wirtschaft untersucht.
  • Till Bärnighausen, Universitätsklinikum, Heidelberg, der die Ethik der gesundheitspolitischen Experimente in den Blick nimmt.
  • Sarah Hawkes, University College London, die erforscht, wie politische Reaktionen sich indetifizieren und implementieren lassen, um die sexuelle Gesundheit von Migranten und Flüchtlingen zu verbessern.
Der Klimawandel betrifft die gesamte Welt - und steht im Zentrum von zwei Förderprojekten bei "Europe and Global Challenges". (Foto: Jeanajean via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Der Klimawandel betrifft die gesamte Welt - und steht im Zentrum von zwei Förderprojekten bei "Europe and Global Challenges". (Foto: Jeanajean via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung, sagte: "Wir leben in einer Welt, die sich mit zahlreichen ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen auseinandersetzt, welche weltweit miteinander verbunden sind – wie Klimawandel, soziale Ungleichheit, Epidemien und Terroranschläge, um nur ein paar zu nennen. Um grundlegende Erkenntnisse über Fragen von globaler Relevanz zu liefern, die bisher wenig Beachtung fanden, werden die europäischen Stiftungen grenzüberschreitend zusammenarbeiten und gemeinsam zur Einreichung von Projektanträgen zu jeweiligen Themen aufrufen. Es ist wunderbar, so viel Interesse und Begeisterung der führenden europäischen Forschungsstiftungen für dieses Bestreben zu sehen."

Die erfolgreichen Bewerber wurden von einem internationalen Gremium mit Forschern aus der ganzen Welt und aus verschiedenen Disziplinen beurteilt. Knapp 300 Anträge wurden von Forschungsgruppen aus der ganzen Welt eingereicht, 14 davon waren in die zweite Runde gekommen – und schließlich wurden sechs bewilligt.

Weitere Informationen zur Förderinitiative "Europe and Global Challenges".