16 Mio. Euro Fördergelder für neue Projekte und eine Ausschreibung in Niedersachsen

24. Nov 17

An die Hochschulen und Forschungsinstitutionen in Niedersachsen hat das Kuratorium der VolkswagenStiftung weitere 16 Mio. Euro bewilligt. Im Niedersächsischen Vorab belaufen sich damit die Fördermittel im Jahr 2017 auf insgesamt rund 74 Mio. Euro.

In der zweiten Entscheidungsrunde über das Niedersächsische Vorab in diesem Jahr hat das Stiftungskuratorium am 24. November 2017 der Vergabe von rund 10 Mio. Euro für neue und rund 6 Mio. Euro für bereits laufende Projekte zugestimmt. Sie verteilen sich auf die Strukturlinien "Forschungsverbünde und -schwerpunkte", "Neue Forschungsgebiete" sowie "Programme und Ausschreibungen". Der Vorschlag über die Verwendung der Gelder stammt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Im Bereich "Forschungsverbünde und Schwerpunkte" wurden 1,3 Mio. Euro an Mitteln beschlossen, die unter anderem an die Medizinische Hochschule Hannover gehen. Dort stehen 500.000 Euro für den Aufbau eines Zentrums für Organregeneration und -ersatz ("CORE") bereit. Das neue Zentrum wird für die MHH deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal für den Bereich der Transplantationsforschung und -medizin darstellen. Es dient der langfristigen Verbindung der wissenschaftlichen Grundlagenforschung von bspw. zellulären Mechanismen bei Transplantationen sowie Herausforderungen bei klinischer Anwendung und langfristiger Behandlung von Patient(inn)en mit Transplantaten.

Bei den "Neuen Forschungsgebieten" gehen rund 4,5 Mio. Euro an niedersächsische Hochschulen, davon beispielsweise an die Universität Göttingen für den Aufbau eines Campus Instituts für die Dynamik biologischer Netzwerke. Das neue Institut, für das 2,5 Mio. Euro bewilligt wurden, wird gemeinsam getragen von der Universität Göttingen, dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation sowie der Universitätsmedizin Göttingen. Es soll fakultätsübergreifend angelegt sein und dient dazu, die biologische sowie biomedizinische Forschung am Standort Göttingen weiter voranzubringen. Forschungsschwerpunkt sind dynamische Prozesse, die ein entscheidendes Merkmal von lebenden Systemen darstellen und besonders für biologische Informationsverarbeitungsvorgänge eine essenzielle Rolle spielen.

Aus der Förderlinie "Neue Forschungsgebiete" gehen zudem rund 740.000 Euro an die Technische Universität Braunschweig für ein Zentrum für Brandforschung ("ZeBra"), um eine aktuelle Forschungslücke zu schließen. Denn: Aufgrund der Energiewende gibt es immer mehr innovative Bauweisen sowie neue Materialien und Technologien. Diese reichen von nachwachsenden Rohstoffen über Verbundwerkstoffe wie karbonfaserverstärkten Kunststoff bis hin zu stationären Energiespeichern und elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Ihr Verhalten im Brandfall sowie das Gefährdungspotenzial, das von derartigen (Bau-)Materialien und Technologien ausgeht, sind jedoch bislang nicht ausreichend erforscht. Da sie aber entscheidenden Einfluss auf einen Brandverlauf und dessen Prognose nehmen, soll das neue Zentrum für Brandforschung diese Forschungslücke schließen.

In der Linie "Programme und Ausschreibungen" stehen Mittel in Höhe von 3,9 Mio. Euro für die zweite Ausschreibungsrunde in der Initiative "Frühkindliche Bildung und Entwicklung – Kooperative Forschung und Praxistransfer" zur Verfügung. Die frühkindliche Bildung fördert zum Beispiel die Sprachkompetenz der Kinder und trägt dazu bei, dass Benachteiligungen ausgeglichen werden. Die zweite Ausschreibungsrunde nach 2016 dient der Förderung von interdisziplinären und innovativen Forschungsprojekten, deren Schwerpunkte unter anderem auf Kindern und deren Familie mit Migrations- und/oder Fluchthintergrund, auf Folgen kultureller Vielfalt in der frühkindlichen Bildung (bezogen bspw. auf ethnische, religiöse und sprachliche Unterschiede), auf dem Umgang mit sozialer Ungerechtigkeit sowie auf der Erforschung notwendiger Kompetenzen des pädagogischen Personals für den Umgang mit Vielfalt liegen sollen. Universitäten und Hochschulen können sich um bis zu 800.000 Euro Fördersumme über bis zu drei Jahre bewerben – weitere Details zur Ausschreibung folgen in Kürze.

Link zu weiteren Informationen zum Niedersächsischen Vorab.