"Nicht mehr, sondern bessere Wissenschaftskommunikation"

Herr Schwidlinski, warum vergibt die Stiftung zusätzliche Mittel für Wissenschaftskommunikation an ihre Förderprojekte?

Pierre Schwidlinski: Die Stiftung betrachtet Wissenschaftsvermittlung seit jeher als einen integralen Bestandteil von Wissenschaftsförderung und hat sich in diesem Feld Kompetenz und Reputation erworben. Während der Pandemie sind die Erwartungen an qualitäts- und werteorientierte Kommunikation auf Seiten der breiten Öffentlichkeit nochmal spürbar gestiegen. Unser Ziel ist es, die von uns geförderten Forschenden zu befähigen, sich diesen Herausforderungen zu stellen und mit innovativen Konzepten das Feld insgesamt voranzubringen und das Vertrauen der Menschen in Wissenschaft zu festigen. Dass da enormer Handlungsdruck besteht, beweist uns die hohe Skepsis gegenüber Wissenschaft, die wir Tag für Tag in sozialen Netzwerken und auf der Straße erleben. Und das nicht nur in Deutschland.

Im vergangenen Jahr haben wir mit "Wissenschaftskommunikation hoch drei" vier Zentren auf den Weg gebracht, in denen Wissenschaftskommunikation auf international wettbewerbsfähigem Niveau beforscht wird. Und in der jetzt angepassten Initiative "Wissenstransfer und -vermittlung" konnten geförderte Wissenschaftler:innen seit 2018 gezielt Mittel für Kommunikationsvorhaben einwerben, die auf ihren Forschungsprojekten aufbauen.