Studie: "Forschungsfördernde Stiftungen in der Wahrnehmung ihrer Stakeholder"

Prof. Dr. Wolfgang Donsbach vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden präsentierte auf dem Deutschen Stiftungstag in Düsseldorf die Ergebnisse der Studie "Forschungsfördernde Stiftungen in der Wahrnehmung ihrer Stakeholder", die mit Mitteln der VolkswagenStiftung entstanden ist.

Befragt wurden dafür 5.000 Personen in jenen Kreisen, die zu den wichtigsten Anspruchsgruppen wissenschaftsfördernder Stiftungen zählen: Angehörige der Wissenschaftsgemeinschaft, Antragsteller und Gutachter der Stiftungen, Akteure aus Wirtschaft und Politik, die Bevölkerung, Stiftungsakteure und -mitarbeiter sowie Wissenschaftsjournalisten. Analysiert wurden Kenntnisse, Images und konkrete Erfahrungen mit Stiftungen. Zusätzlich analysierten die Forscher über 1.000 Presseartikel, um zu ermitteln, mit welchen Themen und Tendenzen die Stiftungen in den Medien präsent sind.

Das positive Ergebnis: Die Scientific Community sieht die forschungsfördernden Stiftungen als nützliche und kompetente Einrichtungen. Gerade in den als besonders wichtig eingeschätzten Dimensionen – einfache Antragstellung, unbürokratische Abwicklung und unbeeinflusste Projektdurchführung – haben sie ein Alleinstellungsmerkmal. Auch bei der Beurteilung des Förderangebots liegen die meisten Urteile im positiven Bereich. Vor allem wird den Stiftungen zugestanden, dass sie eine "relevante" und "weltanschaulich neutrale" Förderung betreiben. Wer mit Stiftungen einmal zu tun hatte, urteilt deutlich positiver über sie.

Allerdings zeigt die Studie zum Teil erhebliche Wissens- und Wahrnehmungslücken auf, die sich in einigen Fällen auch auf Bewertungsfragen, wie etwa die Unabhängigkeit der Stiftungen von Unternehmen, auswirken. Generell vermischt sich bei einigen Stiftungen das Stiftungs- mit dem Konzern-Image – auch bei der VolkswagenStiftung, die trotz ihres Namens keine Unternehmensstiftung ist, sondern autark agiert und entscheidet. Auffallend ist zudem der Befund, dass auch unter den deutschen Wissenschaftlern der Bekanntheitsgrad von wissenschaftsfördernden Stiftungen deutlich verbesserungsbedürftig ist. Die Autoren der Studie empfehlen eine weitere Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit der Stiftungen.

Hinsichtlich der subjektiv wahrgenommenen Bedeutung für die Forschungsförderung liegt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zwar bei fast allen Dimensionen vorne. Die Stiftungen erreichen aber zum Teil beachtliche Beurteilungen, vor allem von den Geistes- und Sozialwissenschaftlern. Die Wissenschaftler schätzen die Chancen, einen Antrag bewilligt zu bekommen, bei Stiftungen höher ein als bei der DFG und genauso gut wie bei staatlicher Förderung. Wer sich einmal hat fördern lassen, kommt gerne wieder.

Die komplette Studie als PDF-Download