Illustration türkische Fahne hinter Skyline von Istanbul

Nadelöhr am Bosporus ‒ Wohin steuert die Türkei?

Durch eine Verfassungsreform, die aus der laizistischen Demokratie ein Präsidialsystem machte, ist Erdogan seit 2017 mit einer großen Machtfülle ausgestattet. Er verantwortet mit der AKP seit zwei Jahrzehnten die Innen- und Außenpolitik der Republik Türkei. Seine Fans sehen ihn als Lichtgestalt, seine Kritiker als Autokraten. Außenpolitisch bemühen sich die Türkei und Europa immer wieder um Annäherung. Das Flüchtlingsabkommen mit der EU, die Streitfrage um die Grenze zu Zypern oder Frauenrechte sind wichtige Themen auf der Agenda für bilaterale Gespräche. In der Kritik stehen vor allem die zwangsweisen Schließungen von Medienhäusern und Berufsverbote für Journalist:innen und Wissenschaftler:innen. Wie steht es um die Pressefreiheit in der Türkei ‒ auch mit Blick auf die Berichterstattung durch westliche Medien? Wie kann eine ehrliche Partnerschaft zwischen Türkei und EU gelingen? Und: Welche Agenda verfolgt Erdogan vor den nächsten Wahlen 2023?

Akteur:innen der Auslandsberichterstattung deutscher Medien diskutieren mit Politikwissenschaftler:innen und Regionalhistoriker:innen über Praxis und politische Funktion der Auslandsberichterstattung sowie aktuelle zeithistorische Entwicklungen.

Podiumsdiskussion beim Herrenhäuser Forum am 9.11.2021 mit PD Dr. Gülistan Gürbey (Arbeitsstelle Politik des Maghreb, Mashreq und Golf, Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Thomas Diez (Professor für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen, Universität Tübingen) und Oliver Mayer-Rüth (Studioleiter, ARD Studio Istanbul). Moderation: Annette Riedel, Journalistin, Berlin