Vertreterinnen und Vertreter zweier Generationen bezogen bei der Veranstaltung "Hannah Arendt Tage 2018 - Protest revisited" am 27. Oktober 2018 Stellung zur Rolle neuer Formen politischer Proteste. Daniel Cohn-Bendit und Sabrina Zajak diskutierten: Sind wir auf dem Weg in die interaktive Onlinegesellschaft - oder dort schon angekommen? Welche Stellung nehmen die gegenwärtigen Protestformen tatsächlich im politischen Geschehen ein? Und haben sie die Kraft, die Gesellschaft ebenso nachhaltig zu verändern, wie es vor 50 Jahren geschah? Der Audiomitschnitt beginnt mit einem Impulsvortrag von Daniel Cohn-Bendit.

Impulsvorträge:

"Philosophie und Logik des Protestes"
Daniel Cohn-Bendit, Publizist und Politiker, MdEP bis 2014

"Protest im Wandel - Neue soziale Bewegungen"
Jun.-Prof. Dr. Sabrina Zajak, Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum und Abteilungsleiterin für Konflikt und Konsens am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung

anschl. Diskussion mit den Vortragenden

Moderation: Dirk Altwig, Referent und Redakteur "Themenraum", Evangelische Medienarbeit (EMA)

Die HANNAH ARENDT TAGE 2018 reflektierten aktuelle Formen des politischen Protests und fragten nach, in welchem Maße sich Protestbewegungen seit 1968 verändert und wechselseitig beeinflusst haben. Während Demonstrationen und Straßenkampf in der Zeit der 68er ein wichtiges Mittel des Widerstandes waren, können soziale Bewegungen heute auf weitere vielfältige Maßnahmen zugreifen. Protest als Mittel der Artikulation politischer Meinungen mündet oftmals in der Gründung von Nicht-Regierungsorganisationen, in künstlerischen Interventionen oder Veranstaltungen jedweder Art. Professionelle Internetkampagnen zu Themen wie Degrowth (der Reduktion des Konsum- und Produktionswachstums), internationaler Handelspolitik oder Privatisierung der Wasserversorgung nehmen immer mehr zu. Zudem beschleunigen Digitalisierung und Globalisierung transnationale Protestereignisse.