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Lichtenberg-Professuren 2012

Sieben herausragende Wissenschaftler(innen) erhielten im Juli 2012 eine von der VolkswagenStiftung geförderte Lichtenberg-Professur an den Universitäten Bayreuth, Bonn, Bremen, Greifswald, Mainz und Oldenburg. Die Fördersumme beläuft sich auf insgesamt 8,5 Millionen Euro.

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Zahlreiche Forschungsarbeiten befassen sich gegenwärtig intensiv mit möglichen Anwendungen von mikro- und nanoskopischen Partikeln als Transportvehikel für medizinische Wirkstoffe in der menschlichen Blutbahn. Ziel der Lichtenberg-Professur von Dr. Stephan Gekle an der Universität Bayreuth ist es, die physikalischen Wechselwirkungen zwischen diesen Wirkstofftransporteuren und roten Blutzellen zu verstehen. Denn bei ihrem Weg durch die Blutbahn können diese Minitransportmittel verklumpen – mit ernsten Folgen für den Patienten.
Zahlreiche Forschungsarbeiten befassen sich gegenwärtig intensiv mit möglichen Anwendungen von mikro- und nanoskopischen Partikeln als Transportvehikel für medizinische Wirkstoffe in der menschlichen Blutbahn. Ziel der Lichtenberg-Professur von Dr. Stephan Gekle an der Universität Bayreuth ist es, die physikalischen Wechselwirkungen zwischen diesen Wirkstofftransporteuren und roten Blutzellen zu verstehen. Denn bei ihrem Weg durch die Blutbahn können diese Minitransportmittel verklumpen – mit ernsten Folgen für den Patienten.
Dr. Martin Greschner wird mit seiner Lichtenberg-Professur an der Universität Oldenburg untersuchen, wie visuelle Signale von der Netzhaut über den Sehnerv an das Gehirn übermittelt werden. Man weiß zwar bereits, dass rund 20 verschiedene, so genannte Ganglienzelltypen für diesen Prozess verantwortlich sind. Wie die visuellen Informationen allerdings kodiert sind und wie sie in der Netzhaut durch Interneurone verarbeitet werden, ist noch immer weitgehend unklar. Die Beantwortung dieser Fragen könnten bei der Entwicklung von Netzhautprothesen und künstlicher Sehsysteme helfen.
Dr. Martin Greschner wird mit seiner Lichtenberg-Professur an der Universität Oldenburg untersuchen, wie visuelle Signale von der Netzhaut über den Sehnerv an das Gehirn übermittelt werden. Man weiß zwar bereits, dass rund 20 verschiedene, so genannte Ganglienzelltypen für diesen Prozess verantwortlich sind. Wie die visuellen Informationen allerdings kodiert sind und wie sie in der Netzhaut durch Interneurone verarbeitet werden, ist noch immer weitgehend unklar. Die Beantwortung dieser Fragen könnten bei der Entwicklung von Netzhautprothesen und künstlicher Sehsysteme helfen.
An der Universität Greifswald waren gleich zwei Kandidaten bei der Bewerbung um eine Lichtenberg-Professur erfolgreich. Die Slawistin Dr. phil. habil. Sabine Koller wird an der Schnittstelle von slawischer Philosophie, Judaistik und Kunstgeschichte die ostjüdische Kulturrenaissance im 19. und 20. Jahrhundert erforschen. Ihr Ziel ist es, die kulturelle Blüte des Ostjudentums anhand der führenden Bewegung der Kiever Kultur-Lige in Literatur und Malerei zu untersuchen.
An der Universität Greifswald waren gleich zwei Kandidaten bei der Bewerbung um eine Lichtenberg-Professur erfolgreich. Die Slawistin Dr. phil. habil. Sabine Koller wird an der Schnittstelle von slawischer Philosophie, Judaistik und Kunstgeschichte die ostjüdische Kulturrenaissance im 19. und 20. Jahrhundert erforschen. Ihr Ziel ist es, die kulturelle Blüte des Ostjudentums anhand der führenden Bewegung der Kiever Kultur-Lige in Literatur und Malerei zu untersuchen.
Im Gehirn des Menschen spielt der Schläfenlappen eine zentrale Rolle für unsere Wahrnehmung und unser Gedächtnis. Aber er ist gleichzeitig auch einer der häufigsten Entstehungsorte epileptischer Anfälle. Mithilfe von Messungen lokaler Feldpotenziale und des Entladungsverhaltens einzelner Nervenzellen im Gehirn von Epilepsiepatienten möchte Lichtenberg-Professor Dr. Dr. Florian Mormann an der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn Mechanismen untersuchen, die für die Funktion bzw. Fehlfunktion dieser Hirnregion verantwortlich sind.
Im Gehirn des Menschen spielt der Schläfenlappen eine zentrale Rolle für unsere Wahrnehmung und unser Gedächtnis. Aber er ist gleichzeitig auch einer der häufigsten Entstehungsorte epileptischer Anfälle. Mithilfe von Messungen lokaler Feldpotenziale und des Entladungsverhaltens einzelner Nervenzellen im Gehirn von Epilepsiepatienten möchte Lichtenberg-Professor Dr. Dr. Florian Mormann an der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn Mechanismen untersuchen, die für die Funktion bzw. Fehlfunktion dieser Hirnregion verantwortlich sind.
Dr. Moritz Renner wird sich im Rahmen seiner Lichtenberg-Professur "Transnationales Wirtschaftsrecht zwischen Vertrag und Unternehmen" an der Universität Bremen mit der Frage beschäftigen, welche Veränderungen das Recht durch die Globalisierung der Wirtschaft erfährt. Dies soll am Beispiel des transnationalen Konzernrechts und des Rechts grenzüberschreitender Kreditverträge untersucht werden (Foto: David Ausserhofer).
Dr. Moritz Renner wird sich im Rahmen seiner Lichtenberg-Professur "Transnationales Wirtschaftsrecht zwischen Vertrag und Unternehmen" an der Universität Bremen mit der Frage beschäftigen, welche Veränderungen das Recht durch die Globalisierung der Wirtschaft erfährt. Dies soll am Beispiel des transnationalen Konzernrechts und des Rechts grenzüberschreitender Kreditverträge untersucht werden (Foto: David Ausserhofer).
Der Teilchenphysiker Dr. Matthias Schott gehört zum Wissenschaftlerkreis am europäischen Kernforschungszentrum CERN, der Anfang Juli ein neues Elementarteilchen entdeckt hat, bei dem es sich vermutlich um das lange gesuchte Higgs-Boson handelt. Teilchenphysiker auf der ganzen Welt versuchen seit Jahrzehnten zu erklären, wie die Bausteine des Universums ihre Masse erhalten und welche Rolle das Higgs-Boson hierbei spielt. Im Standardmodell der Teilchenphysik spielt unter anderem das W-Boson eine entscheidende Rolle, da dieses Elementarteilchen im Vergleich zu anderen eine sehr große Masse besitzt. Dies eröffnet die Möglichkeit, indirekte Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Higgs-Boson zu ziehen. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, hat es sich Matthias Schott zur Aufgabe gemacht, die Masse des W-Bosons mit höchster Genauigkeit zu bestimmen. Seine Forschungen wird der 33-Jährige künftig als Lichtenberg-Professor an der Universität Mainz fortführen.
Der Teilchenphysiker Dr. Matthias Schott gehört zum Wissenschaftlerkreis am europäischen Kernforschungszentrum CERN, der Anfang Juli ein neues Elementarteilchen entdeckt hat, bei dem es sich vermutlich um das lange gesuchte Higgs-Boson handelt. Teilchenphysiker auf der ganzen Welt versuchen seit Jahrzehnten zu erklären, wie die Bausteine des Universums ihre Masse erhalten und welche Rolle das Higgs-Boson hierbei spielt. Im Standardmodell der Teilchenphysik spielt unter anderem das W-Boson eine entscheidende Rolle, da dieses Elementarteilchen im Vergleich zu anderen eine sehr große Masse besitzt. Dies eröffnet die Möglichkeit, indirekte Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Higgs-Boson zu ziehen. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, hat es sich Matthias Schott zur Aufgabe gemacht, die Masse des W-Bosons mit höchster Genauigkeit zu bestimmen. Seine Forschungen wird der 33-Jährige künftig als Lichtenberg-Professor an der Universität Mainz fortführen.
Dr. Hansjörg Schwertz nimmt an der Universität Greifswald Herz-Kreislauf-Erkrankungen als medizinisches Forschungsfeld in den Blick. Erste wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass Blutplättchen, auch Thrombozyten genannt, besondere Enzyme besitzen, mit deren Hilfe sie das Immunsystem verändern und so eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung bakterieller und viraler Infektionen spielen könnten. Mit seiner Lichtenberg-Professur möchte der Mediziner diesen weiteren Funktionen von Thrombozyten auf den Grund gehen.
Dr. Hansjörg Schwertz nimmt an der Universität Greifswald Herz-Kreislauf-Erkrankungen als medizinisches Forschungsfeld in den Blick. Erste wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass Blutplättchen, auch Thrombozyten genannt, besondere Enzyme besitzen, mit deren Hilfe sie das Immunsystem verändern und so eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung bakterieller und viraler Infektionen spielen könnten. Mit seiner Lichtenberg-Professur möchte der Mediziner diesen weiteren Funktionen von Thrombozyten auf den Grund gehen.

Das hier zum Download angebotene Bildmaterial darf nur für die redaktionelle Berichterstattung im Zusammenhang mit der VolkswagenStiftung und der von ihr geförderten Projekte verwendet werden. Zu diesem Zweck können die Bilder unter Nennung des Fotografen kostenfrei veröffentlicht werden. Eine Bearbeitung oder Ausschnittwahl, die den zentralen Sinn der Bilder entstellt, ist unzulässig. Ein Belegexemplar wird erbeten an: VolkswagenStiftung, Kommunikation, Kastanienallee 35, 30519 Hannover.