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Religion und Gewalt - Von der Reformation bis zur Gegenwart

Wann lassen Islam und nachreformatorisches Christentum Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung zu? Wie greifen theologische und politische Argumentationen dabei ineinander? Diese und weitere Fragen beantworteten Experten auf der 11. Leopoldina-Lecture am 5. September 2017 im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen in Hannover. Link zur Veranstaltungsseite: www.volkswagenstiftung.de/nc/veranstaltungen/veranstaltungsarchiv/detailansicht-veranstaltung/news/detail/artikel/religion-und-gewalt-von-der-reformation-bis-zur-gegenwart/marginal/5311.html

PROGRAMM:

Impulsvorträge von

Prof. em. Dr. Luise Schorn-Schütte, Goethe-Universität Frankfurt am Main: Gewalt und Religion im Europa der Frühen Neuzeit
Prof. em. Dr. Hans Kippenberg, Jacobs University Bremen: Gewalt und Religion in islamischen Nationalstaaten seit dem 19. Jahrhundert

Im Anschluss Podiumsdiskussion mit den Vortragenden, moderiert durch Prof. Dr. Rainer Godel, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Halle

Gewalttaten, für die eine religiöse Begründung gegeben wird, begegnen uns fast täglich in den Medien und beeinflussen immer stärker unseren Alltag. Dies lenkt den Blick auf historische Gewalterfahrungen, die in Europa nicht erst seit der Reformation mit Religion und Politik eng verbunden waren. Die zeitliche Entfernung zu Legitimationsmustern, die Religion und Politik in der Vergangenheit verzahnten, kann dabei helfen, die Wirkung und Gültigkeit von aktuellen Mustern auszuleuchten. Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums hat die 11. Leopoldina-Lecture theologische und politische Strategien von Gewaltrechtfertigung sowohl in der Frühen Neuzeit als auch in der Gegenwart betrachtet: Wie verändert sich geschichtlich die Beziehung zwischen Religion und Herrschaftsordnung? Ist die heutige Kritik an Religion als Gefährderin von Toleranz und innerem Frieden gerechtfertigt?

Bild: Philip Bartz / Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina