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Leibniz über die Vielfalt der Menschheit

Leibniz über die Vielfalt der Menschheit
Mit Prof. Dr. Justin Erik Halldór Smith, Prof. Dr. Karoline Noack und Dr. Ulrich Kühn

Vortrag
Prof. Dr. Justin Erik Halldór Smith, Université Paris VII Didérot

Podiumsdiskussion mit
Prof. Dr. Karoline Noack, Universität Bonn
und dem Vortragenden

Moderation: Dr. Ulrich Kühn, NDR Kultur

Leibniz kam als Stammbaumforscher zur Erkenntnis einer Welt mit "Einheit in der Vielfalt". Wie seine Theorien aktuelle Debatten beeinflussen analysierten Experten am 26. April in Hannover.

Die sog. Ethnohistorie untersucht die Entstehung der unterschiedlichen Völkergruppen sowie die unter ihnen bestehenden Zusammenhänge. Leibniz' Interesse an diesem Wissenschaftszweig ging zum Teil aus seiner Tätigkeit als Stammbaumforscher für das Herrscherhaus von Braunschweig hervor: In Anlehnung an seinen Auftrag, den Ursprung dieses Adelsgeschlechts darzulegen, nahm sich Leibniz vor, die Herkunft der Deutschen, der germanischen Völker und der meisten Völker Europas zu erklären. Dieses ethnohistorische Vorhaben lässt sich als eine konkrete Anwendung von Leibniz' philosophischer Annahme betrachten, dass die Welt auf "Einheit in der Vielfalt" beruht. Demnach kann man Leibniz als eine Art Vertreter einer "organischen Theorie der Nation" beschreiben.
Welche Bedeutung hat Leibniz' Beitrag zum politischen Denken und wie viel "Theorie der Nation" steckt in der Politik von heute?

Foto: Titelkupfer (Symbol der Kombinatorik) (Grafik: Gottfried Wilhelm Leibniz - Sächsische Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)