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Die "Flüchtlingskrise" - eine "Krise des Journalismus"?

Podiumsgespräch mit

Doris Schröder-Köpf, Mitglied des 17. Niedersächsischen Landtages, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen

Claudia Spiewak, Chefredakteurin Hörfunk, Norddeutscher Rundfunk

Hendrik Brandt, Chefredakteur Hannoversche Allgemeine Zeitung

Prof. Dr. Gerhard Vowe, Lehrstuhl für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Dr. J. Olaf Kleist, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Universität Osnabrück

Moderation durch Prof. Dr. Christoph Klimmt, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Wie die Medien das Flüchtlingsthema behandeln, beeinflusst die öffentliche Meinung. Naturgemäß sind auch Journalisten in ihren Haltungen so unterschiedlich und widersprüchlich wie die Stimmen in der Bevölkerung. Der politische Journalismus ist dabei zunehmend in die Kritik geraten. Vorwürfe werden laut, Journalisten fungierten bisweilen als Sprachrohre der Regierungsmeinung oder der Sympathisanten der rechten Szene. Meinungsdynamiken in den sozialen Medien erzeugen einen zusätzlichen Druck auf die Redaktionen.

Die Medienschaffenden selbst sind sich in der Frage uneins, wie man auf den Druck von außen verantwortungsbewusst reagieren sollte. Wie also sieht der politische Journalismus seine Lage, seine Wirkung und Perspektive? An welchen Leitlinien sollte sich künftige Berichterstattung orientieren? Wie sollen Kommentatoren und Publizisten mit den lauten Stimmen aus dem Netz umgehen? Wie gelingt eine sachliche Problemdarstellung, ohne extremistischen Hetzern in die Hände zu spielen oder ungerechtfertigte Ängste zu schüren?

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover lud gemeinsam mit der VolkswagenStiftung zu einer Podiumsdiskussion ein, die führende Journalisten und wissenschaftliche Experten für Medien und öffentliche Meinung zusammengebracht hat. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der politische Journalismus im aktuellen, immer hitziger geführten Diskurs über die Flüchtlingsfrage seine Kraft noch entfalten kann, um seine Rolle als vierte Gewalt in einer demokratischen Gesellschaft auch in Zukunft auszuüben und einen Beitrag zur Integration zu leisten.

Foto: Sven Stolzenwald für VolkswagenStiftung