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Der feine Unterschied: Was macht uns Menschen aus?

Impulsvorträge von

Prof. Dr. Julia Fischer, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen
Prof. Dr. Kurt Bayertz, Universität Münster

Podiumsdiskussion mit

Patricia Kanngießer, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
sowie den Vortragenden

Moderation Dr. Andreas Jahn, Spektrum der Wissenschaft

Grundsätzlich unterscheidet uns Menschen so gut wie nichts von anderen Lebewesen. Der Evolutionspsychologe Thomas Suddendorf präzisierte es: "Dein Genom benutzt dasselbe Wörterbuch wie eine Tulpe" - und es überschneidet sich in beträchtlichem Ausmaß mit dem Erbgut von Hefe, Bananen und Mäusen. Mit unseren engsten lebenden Verwandten, den Schimpansen, teilen wir sogar rund 99 % unserer genetischen Informationen. Trotz aller evolutionären Verbindungen unterscheiden sich unsere geistigen Fähigkeiten in bestimmten Aspekten jedoch enorm von denen dieser Menschenaffen. Im Gegensatz zur körperlich-motorischen Evolution des Menschen, die heute bereits gut verstanden und belegt ist, sind viele Aspekte der Evolution unserer geistigen Fähigkeiten noch immer ungeklärt. Wann und wodurch entwickelte sich der Mensch in den mehreren Millionen Jahren seiner Evolution zum "wissenden Menschen"? Wieso erzählen sich nur wir Menschen gegenseitig Geschichten, komponieren Opern und fliegen zum Mond? Welches Zusammenspiel von genetischen und kulturellen Einflüssen hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind? Und was sagen uns genetische Analysen über unsere Stammesgeschichte? Das Herrenhäuser Forum fand Antworten.

Foto: Ernst Haeckel - Smithsonian Institution Libraries