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Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn: Warum wir uns vor dem Falschen fürchten

Vortrag: Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn, Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart

Einführung: Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung

 „Warum wir uns vor dem Falschen fürchten“ so lautet der Titel des Beitrags von Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn zum Auftakt des 2. Tages des forschungs- und hochschulpolitischen Werkstattgesprächs der VolkswagenStiftung zum Thema „Couragiert – Risikobereit – Fehlertolerant. Wie kreativ und innovativ ist Europa?“, das am 19./20. September 2014 in Hannover stattfand.

Wenngleich das individuellen Lebensrisiko der Menschen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten rapide gesunken sei, so glauben dennoch 78 Prozent der Deutschen genau an das Gegenteil.
Besonders groß sei die Angst vor pestizidbelasteten und mit Konservierungsstoffen versehenen Lebensmitteln oder Strahlenverunreinigungen, obwohl beides in Deutschland kaum eine Gefahr darstelle – also massiv als Risiko überschätzt werde. Völlig unterschätzt würden hingegen die gravierenden Lebensrisiken, die mit schlechter Ernährung, Bewegungsmangel, dem Rauchen und Trinken einher gingen.
Hier gebe es eine Diskrepanz zwischen unserer individuellen Wahrnehmung und der Welt, wie sie tatsächlich sei. Hier helfe Risikoaufklärung aber leider nur bedingt. Vielmehr bedarf es einer Sensibilisierung für Wahrnehmungsmuster und einer Stärkung der Selbsterkenntnis. Die Wahrnehmung des Menschen – so das Fazit des Risikoforschers – werde sich erst ändern, wenn er vom Betroffenen zum Beteiligten einer Innovation wird.

Link zur Veranstaltung: www.volkswagenstiftung.de/nc/veranstaltungen/veranstdet/article/couragiert-risikobereit-fehlertolerant-wie-kreativ-und-innovativ-ist-europa.html

Foto: acatech

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