Im Gespräch vorgestellt: wissenschaftskommunikation.de

Für Öffentlichkeitsarbeiter und alle, die Wissenschaft vermitteln wollen, gibt es seit eineinhalb Jahren eine Info-Plattform im Netz: wissenschaftskommunikation.de. Projektleiterin Rebecca Winkels stellt sie vor. Ein Beitrag zum Themenschwerpunkt "Wissenschaft und Gesellschaft" der VolkswagenStiftung.

Screenshot der Seite wissenschaftskommunikation.de
wissenschaftskommunikation.de - hier die Startseite - unterstützt Öffentlichkeitsarbeiter mit diversen Formaten und Angeboten. (Screenshot: wissenschaftskommunikation.de).

Fishbowl, Science Slam oder Barcamp – welches Format eignet sich für welche Zwecke der Wissenschaftsvermittlung? Was wird zu Wissenschaftskommunikation geforscht und welche Erkenntnisse liefert die "Science of Science Communication"? Wie sehen Berufseinstiege und -karrieren in der Wissenschaftskommunikation aus? Welche Fortbildungsangebote gibt es? Wie können Kommunikationsprojekte finanziert werden? – Seit Ende 2016 versucht die Plattform wissenschaftskommunikation.de auf solche Fragen Antworten zu liefern. Aber das Team dahinter will nicht nur "senden", sondern auch die Community zum Mitmachen motivieren und für deren Ideen und Beiträge offen sein. Wir haben Rebecca Winkels, Projektleiterin für das Online-Portal bei "Wissenschaft im Dialog", befragt.


Frau Winkels, warum gibt es Wissenschaftskommunikation.de?

Mit wissenschaftskommunikation.de wollen wir den Entwicklungen und der Professionalisierung der Branche Rechnung tragen und ein zentrales Informations- und Diskussionsportal für diejenigen zur Verfügung stellen, die Wissenschaft kommunizieren. Eine solche Plattform gab es zuvor zumindest online noch nicht.

An wen richtet sich die Plattform und wer finanziert sie?

Die Plattform richtet sich in erster Linie an Öffentlichkeitsarbeiter im Wissenschaftssystem. Darüber hinaus versuchen wir, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Wissenschaftsmanagerinnen und -manager und all jene zu erreichen, die sich mit dem System der Wissenschaft und deren Kommunikation auseinandersetzen, also auch Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten. Finanziert wird die Plattform vom BMBF und der Klaus Tschira Stiftung sowie aus Eigenmitteln der beteiligten Institutionen Wissenschaft in Dialog, dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation und dem Karlsruher Institut für Technologie.

Mit welchen Inhalten adressieren Sie welche Zielgruppen?

Das Portal teilt sich in verschiedene Bereiche, die für unterschiedliche Zielgruppen interessant und relevant sind. Mit den Pro- und Contra-Debatten über Wissenschaftskommunikation oder auch den allgemeinen Meinungsbeiträgen im Journal erreichen wir vor allem die Öffentlichkeitsarbeit in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Gleiches gilt für die Forschung über Wissenschaftskommunikation.

Der How-To-Teil mit Tipps und Leitlinien richtet sich wiederum in erster Linie an junge Kommunikatorinnen und Kommunikatoren sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die relativ neu in dem Feld sind. Auch die Serie "Im Profil" im Bereich Arbeitswelt richtet sich eher an diese Zielgruppe, da sie Wege in das Berufsfeld zeigt.

Für die Wissenschaft gibt es beispielsweise die Serie "Wissenschaft kommunizieren”, in der wir Fachleute fragen, wie sie bestimmte Kommunikationstools nutzen. Insgesamt bieten wir damit ein breites Spektrum an Informationen für die verschiedenen an den Prozessen der Wissenschaftskommunikation Beteiligten.

Screenshot der Seite "Kommunizierende Wissenschaftler"
wissenschaftskommunikation stellt kommunizierende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor. (Screenshot: wissenschaftskommunikation.de)

Wie ist die Resonanz, eineinhalb Jahre nach dem Start?

Bisher sehr positiv. Sowohl die Klickzahlen, als auch die Rückmeldungen aus der Branche zeigen, dass die Plattform so genutzt wird, wie wir es uns vorgestellt haben. Am Anfang haben die Nutzer vor allem erstmal unsere Artikel gelesen, inzwischen diskutieren sie auch fleißig mit – vor allem auch auf Twitter werden die Debatten weitergeführt.

Wie kann sich die Community beteiligen?

Der einfachste Weg ist ein Gastbeitrag. Da sind wir immer auf der Suche nach Themen und freuen uns über Vorschläge. Natürlich kann man jederzeit kommentieren, sowohl auf der Homepage unter den Beiträgen, als auch über die Social-Media-Kanäle. Wer nicht selbst schreiben will, kann uns außerdem gerne Themen vorschlagen oder uns schreiben, über welche Formate oder Forschungsergebnisse er/sie mehr erfahren will.

Welches sind die nächsten Milestones?

Nachdem das Portal sich nun etabliert hat, gilt es den nächsten Schritt zu machen und einige neue Formate mit einzuführen. So arbeiten wir derzeit an How-to-Videos und stehen kurz vor dem Launch eines Newsletters. Inhaltlich wollen wir noch gezielter auf die Universitäten und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugehen und insgesamt gerne häufiger auch kontroverse Debatten führen. Da haben wir mit ersten Piloten bereits gute Erfahrungen gemacht.

Weitere Beiträge zu unserem Themenschwerpunkt finden Sie unter "Wissenschaft und Gesellschaft".