Wer schützt unser kulturelles Erbe?

Über ihr Projekt "Saving Antiquities" wollen drei Berliner Institutionen der Öffentlichkeit spielerisch vermitteln, wie wichtig der Schutz von Kulturgut ist und welche Akteure dabei wie zusammenwirken.

Spiel Saving Antiquities
Zentrales Element des Forschungsprojekts ist das Hybrid-Game "Tasforce Saving Antiquities". (Illustration: Berliner Antike-Kolleg)

Der Wert von Kulturgut wird oft erst wirklich anerkannt, wenn es beschädigt oder in seinem Fortbestand massiv bedroht wird – man denke nur an die Zerstörung von Palmyra oder den Brand von Notre Dame. Dann wird seine Bedeutung für die jeweilige Gemeinschaft und deren Identität wahrgenommen, Schutzmaßnahmen werden diskutiert beziehungsweise eilig organisiert. Dingliche oder immaterielle Kulturgüter zu schützen, ist eine Herausforderung, die sich überall auf der Welt stellt. Und überall ist ein komplexes Zusammenwirken von unterschiedlichen Akteuren notwendig. 

Wie funktioniert Kulturschutz in der Praxis? Wer schützt unser kulturelles Erbe eigentlich? Und welche Rolle spielen dabei die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit antiken Objekten arbeiten? Um der Öffentlichkeit Fragen wie diese zu beantworten und um zu verdeutlichen, wie entscheidend der Beitrag der Altertumswissenschaften im Zusammenspiel mit weiteren Expertisen ist, engagieren sich nun drei Berliner Institutionen in einem Projekt der Wissenschaftskommunikation. Beteiligt sind das Berliner Antike-Kolleg der Humboldt-Universität, der Bereich Game Design der Hochschule für Technik und Wirtschaft und das Ägyptische Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.

Mit einem modularen Angebot wollen sie Bewusstsein für die Thematik schaffen und Interesse an einer eigenständigen Vertiefung von Wissen fördern. Im Zentrum steht die Entwicklung eines Gesellschaftsspiels "Taskforce: Saving Antiquities", in dem modellhaft reale Handlungsspielräume und Entscheidungsstrukturen simuliert werden sollen, die für die Arbeit mit Kulturgut grundlegend sind. Auf diese Weise können Nutzerinnen und Nutzern spielerisch komplexe Prozesse von Bewahrung bis Restitution kennenlernen. Das Spiel verbindet analoge und digitale Komponenten und wird von einem Informationsportal ergänzt, auf dem grundlegende und weiterführende Hinweise zum Schutz von archäologischen Kulturgütern abrufbar sein werden. Auch eine umfassende Berichterstattung zum Thema über Social Media und ein Veranstaltungsprogramm sind geplant.

Die VolkswagenStiftung fördert das Vorhaben "Saving Antiquities" in ihrer Initiative "Weltwissen. Strukturelle Förderung Kleiner Fächer" mit rund 100.000 Euro; der Projektstart ist für Oktober 2020 vorgesehen.