Sachbuchpreis Opus Primum: Verlosung des Siegertitels von 2014 über justizflüchtige NS-Täter

Der Opus Primum Förderpreis der VolkswagenStiftung prämiert alljährlich die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation. In 2014 ging die Auszeichnung an Peter Hammerschmidt für sein Buch "Deckname Adler: Klaus Barbie und die westlichen Geheimdienst".  Parallel zur Ausschreibungsphase in 2018 verlost die Stiftung Ausgaben des Werkes von Hammerschmidt. Einreichungen für den Nachwuchsförderpreis in 2018 sind noch bis zum 15. August 2018 möglich.

"Deckname Adler", das Erstlingswerk von Peter Hammerschmidt, erhält in diesem Jahr den Förderpreis "Opus Primum" der VolkswagenStiftung. (Foto: S. Fischer Verlage)
"Deckname Adler", das Erstlingswerk von Peter Hammerschmidt, erhält 2014 den Förderpreis "Opus Primum" der VolkswagenStiftung. (Foto: S. Fischer Verlage)

Das Buch "Deckname Adler" von Peter Hammerschmidt handelt von der Nachkriegskarriere Klaus Barbies, einem der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher und ehemaligem Gestapo-Chef. Dieser konnte sich nach dem zweiten Weltkrieg nahezu geräuschlos nach Südamerika absetzten, da er bereits 1947 von den USA als Informant angeworben und vor französischen Ermittlern, welche ihn als Kriegsverbrecher suchten, versteckt wurde. Barbie, der ab 1951 unter dem Pseudonym Klaus Altmann in Bolivien lebte, war bis 1968 über die Firma MEREX am bundesdeutschen Waffenhandel mit Lateinamerika beteiligt, stand in den 1960er Jahren auf der Gehaltsliste des BND und hatte weltweite Kontakte zu seinen alten Kameraden.

Der Autor Peter Hammerschmidt zog sich zum Schreiben der Biographie Barbies seine BND-Akte, sowie viele weitere Quellen, wie Barbies unveröffentlichte Briefe und seine verschollenen Memoiren, heran. Dadurch deckte er die Lebensgeschichte des BND-Spitzels nach 1945 auf, sowie die skandalösen und bis dahin noch unbekannten Ausmaße, nach denen NS-Kriegsverbrecher nach 1945 geschützt wurden.

Wer mit Peter Hammerschmidt auf die Suche nach den Spuren Barbies gehen möchte und "Deckname Adler" gewinnen will, schreibt einfach bis zum 22. Juli 2018 eine Mail an opus-primum(at)volkswagenstiftung.de mit dem Betreff "Deckname Adler" sowie ihrem bzw. seinem Namen und der eignen Postanschrift. Die Gewinnerin bzw. den Gewinner werden wir am 23. Juli 2018 auslosen und benachrichtigen. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!)

Einen ausführlichen Beitrag über den Gewinner aus 2014 über seine Forschungsarbeit und sein Werk lesen Sie hier.

Weitere Opus-Primum-Siegertitel der vergangenen Jahre wird die Stiftung in den kommenden Monaten bis zur Bekanntgabe der oder des diesjährigen Preisträgerin oder Preisträgers des Opus Primum Anfang November ebenfalls verlosen.

Wissenschaftliche Erstlingswerke für Opus Primum einreichen

Ob Geistes- oder  Gesellschaftswissenschaften, Kultur- oder Naturwissenschaften, Informatik, Erziehungs- oder Musikwissenschaften – nicht das Fachgebiet ist entscheidend für die Auswahl zum Opus Primum. Einzig, dass eine deutschsprachige Publikation gut lesbar geschrieben, einem breiten Publikum verständlich und von hoher wissenschaftlicher Qualität sein muss, ist Voraussetzung, um für den Förderpreis infrage zu kommen. Die VolkswagenStiftung möchte mit Opus Primum den wissenschaftlichen Nachwuchs stärken und unterstreichen, dass Wissenschaftsvermittlung für die Forschung eine zentrale Aufgabe ist: Der Preis richtet sich ausdrücklich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in der Regel nicht älter als 35 Jahre sein sollten.

Unsere bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger publizierten unter anderem über die Missionierung der Sioux, aktuelle Betrachtungen von Einwanderungs-Beschränkungen, den Menschenraub in die DDR und weitere spannende Themen. (Link zur Übersicht über die Gewinner.)

Welche formalen Voraussetzungen müssen für eine Einreichung erfüllt sein?

Stichtag für Bewerbungen um den Opus Primum ist der 15. August 2018. Alle wissenschaftlichen Erstlingswerke, deren Erscheinungsdatum zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 15. Oktober 2018 liegt, kommen für eine Einreichung infrage.

Die Vorschläge für den Opus Primum Förderpreis müssen über die jeweiligen Verlage eingereicht werden, welche sich mit jeweils bis zu drei Titeln bewerben können. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro geht an den bzw. die Autor/in und ist zur eigenen Weiterbildung im Forschungsfeld, zum Besuch von wissenschaftlichen Konferenzen oder zur Anschaffung von Literatur für Forschungsvorhaben gedacht.

Wie und wo wir der Preis verliehen?

Der Opus Primum wird in jedem Jahr zusammen mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis in Schloss Herrenhausen, Hannover, verliehen. Die Verleihung findet mit geladenen Gästen im Rahmen einer feierlichen Abendgala statt und wird live auf NDR Kultur übertragen.

Wer entscheidet über die Vergabe des Opus Primum?

Der Beirat, der über die Vergabe des Förderpreises entscheidet, setzt sich aus verschiedenen Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Medien zusammen (alphabetische Reihenfolge):

Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Hannover (Vorsitz); Dr. Ulrich Kühn, leitender Redakteur, NDR Kultur, Hannover; Prof. Dr. Claudia Schnurmann,Professorin für Nordamerikanische, karibische und atlantische Geschichte der Neuzeit, Universität Hamburg; Christian Schwägerl, Wissenschaftsjournalist und Autor, Berlin; Prof. Dr. Caja Thimm, Professorin für Medienwissenschaft und Intermedialität, Universität Bonn; Dr. Jutta von Campenhausen, Wissenschaftsjournalistin und Autorin, Hamburg; Prof. Dr. Christina Wessely, Professorin für Kulturgeschichte des Wissens, Leuphana Universität Lüneburg

Weitere Informationen zum Förderpreis Opus Primum der VolkswagenStiftung.