Globale Herausforderungen: Mobility – Global Medicine and Health Research

Die wachsende Mobilität der Menschen – ob freiwillig oder unfreiwillig – birgt Chancen aber auch Herausforderungen für die globale Gesundheit: Lokale Gesundheitssysteme müssen sich den Veränderungen anpassen, die internationale Zusammenarbeit der Stakeholder aus Politik und Gesundheitswesen ist dafür essenziell. Die Erforschung der Voraussetzungen für eine adäquate Gesundheitsversorgung für alle wird jetzt durch ein neues Förderangebot unterstützt – Stichtag für Anträge ist der 17. April 2020.

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Die Ausschreibung richtet sich an Forschungsgruppen, die sich mit dem Thema globale Humanmedizin und Gesundheitsforschung befassen. (Foto: Novonordisk Foundation)

Welche Verantwortung tragen internationale, nationale und lokale Akteure bei der Reaktion auf globale Gesundheitsbedrohungen? Wie reagieren Gesundheitssysteme bislang beispielsweise auf Migrationsbewegungen – und wie lassen sich diese Reaktionsprozesse optimieren? Welche Auswirkungen hat die Übertragung von Krankheiten durch Tiere und deren grenzüberschreitenden Transport und wie lassen sich Gefahren dabei eindämmen? Und welche Bedeutung hat der Klimawandel für globale Gesundheit – welche Krankheiten löst er nachweisbar aus? Forschungsprojekte zu diesen und weiteren Fragestellungen sind in der neuen Ausschreibung "Globale Herausforderungen: Mobility – Global Medicine and Health Research" gefragt. Sie nimmt die wachsende Mobilität bspw. durch Migration, Flucht, Tourismus oder grenzüberschreitende Arbeitsverhältnisse und ihre Auswirkungen auf globale Medizin- und Gesundheitssysteme in den Blick. Die Förderung erfolgt durch vier der größten europäischen Stiftungen – neben der VolkswagenStiftung die Novo Nordisk Foundation (Dänemark), die "la Caixa" Foundation (Spanien) und den Wellcome Trust (Großbritannien).

In der Ausschreibung ist eine internationale Zusammensetzung der Forscherteams gefordert: Die Anzahl der Partnerinnen und Partner aus Hocheinkommensländern (High-Income Countries, HICs) darf die Anzahl derer aus Mittel- und Niedrigeinkommensländern (Low- and Middle-Income Countries, LMICs) nicht übersteigen. Lokale Akteure, Gesellschaften und Stakeholder sollen ebenso Teil des Projekts sein und in die Forschung eng einbezogen werden. Die Art der Förderung soll klassische Nord-Süd-Gefälle durchbrechen und Gleichberechtigung zwischen den Akteuren der HICs und der LMICs schaffen. Zudem ist ein interdisziplinärer Forschungsansatz gewünscht, etwa die Zusammenarbeit von Lebens- und Sozialwissenschaften.

"In einer globalisierten Welt ist Mobilität ein wichtiger Faktor bei vielen Gesundheitsthemen – ein Faktor, der in der internationalen Zusammenarbeit zwischen Ländern mit hohem Einkommen sowie Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen berücksichtigt werden muss. Die VolkswagenStiftung freut sich darauf, Projekte zu finanzieren, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit globalen Medizin- und Gesundheitsthemen befassen, beispielsweise aus medizinischen, soziologischen und kulturellen. Dass symmetrische Beziehungen in internationalen Forschungskooperationen entstehen und die lokalen Gemeinschaften sowie Interessensgruppen in jeder Phase in den Forschungsprozess einbezogen werden, ist uns wichtig", sagt. Dr. Georg Schütte, Generalsekretär der VolkswagenStiftung.

In der ersten Phase der neuen Ausschreibung können Vorbereitungsmittel in Höhe von bis zu 50.000 Euro beantragt werden. Der Stichtag für Anträge ist der 17. April 2020. Die Vorbereitungsmittel sollen eingesetzt werden, um die Forschungskonsortien auszubilden, das finale Projektdesign zu gestalten und den Vollantrag zu verfassen. Vollanträge können nur nach erfolgreicher Einwerbung der Vorbereitungsmittel gestellt werden – für die zweite Stufe der Ausschreibung können dann jeweils bis zu 1,5 Mio. Euro beantragt werden.

Hintergrund Ausschreibungsreihe "Globale Herausforderungen"

Endliche Ressourcen, soziale Ungleichheit, Klimawandel, Terrorismus – die Welt steht vor großen Herausforderungen. Mit den "Sustainable Development Goals" der UN wurde ein Gesellschaftsvertrag für die Weltgemeinschaft verabschiedet, der eine ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltige Zukunft zum Ziel hat. Der wichtigen Rolle, die den Wissenschaften dabei zukommt, will die VolkswagenStiftung gemeinsam mit Partnerstiftungen in Europa mit der Ausschreibungsreihe "Globale Herausforderungen" gerecht werden.

Bisherige Ausschreibungen:

Die "Integration unterschiedlicher Perspektiven zu sozialer Ungleichheit": derzeit kein Stichtag; in Kooperation mit dem Riksbankens Jubileumsfond, Schweden, der Novo Nordisk Fonden, Dänemark, und der Compagnia di San Paolo, Italien.

Die "Integration unterschiedlicher Perspektiven zu Erbe und Wandel": Stichtag: 25. März 2020; in Kooperation mit der Compagnia di San Paolo (Italien), dem Riksbankens Jubileumsfond (Schweden) und der The Wallenberg Foundations (Schweden)

Die "Globale Herausforderungen: Mobility – Global Medicine and Health Research": Stichtag: 17. April 2020; in Kooperation mit der Novo Nordisk Foundation (Dänemark), der "la Caixa" Foundation (Spanien) und dem Wellcome Trust (Großbritannien).