Künstliche Intelligenz: Rd. 10 Mio. Euro Förderung für neue Projekte

Mit ihrer Initiative "Künstliche Intelligenz" stärkt die VolkswagenStiftung die fach- und länderübergreifende Forschung zur verantwortungsvollen Weiterentwicklung von Systemen Künstlicher Intelligenz (KI). Sieben Projektkonsortien aus den Gesellschafts- und Technikwissenschaften fördert sie in diesem Rahmen nun mit insgesamt 9,8 Mio. Euro.

Illustration: Phonlamai Photo - shutterstock.com
Die Förderinitiative richtet sich an Wissenschaftler:innen, die sich in Konsortien aus Technik-, Gesellschafts- und/oder Geisteswissenschaften zusammenfinden. (Illustration: Phonlamai Photo - shutterstock.com)

"Die neu bewilligten Projekte in der Initiative "Künstliche Intelligenz – Ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft von morgen" fokussieren auf Bereiche, in denen KI-Systeme bereits eingesetzt oder zeitnah zum Einsatz kommen werden, etwa in der medizinischen Diagnostik oder präventiven Ferntherapie, aber auch in Finanzmarktprognosen, bei der wissenschaftlichen Bildverarbeitung oder im Journalismus", sagt Dr. Henrike Hartmann, Abteilungsleiterin Förderung. "Die Forschenden denken einen Schritt weiter, antizipieren die Auswirkung der KI auf die Gesellschaft und wie man diese positiv gestalten könnte."

So untersucht beispielsweise das Projekt "Towards Responsible AI in Local Journalism" wie KI-Anwendungen Lokalredaktionen beim Recherchieren, Erstellen und Verbreiten von Artikeln unterstützen können. Eine Maßnahme, die ihnen helfen soll, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, besser zu bewältigen. "Verantwortungsvoll" sind die Werkzeuge nach Ansicht des Teams um Freigeist-Fellow Prof. Dr. Neil Thurman, Ludwig-Maximilians-Universität München, wenn sie nicht nur die wirtschaftliche Effizienz der Redaktionen steigern, sondern auch professionelle Werte und ethische Standards berücksichtigen. In dem Projektteam arbeiten Forschende aus den Kommunikations-, Medien- und Rechtswissenschaften, der Journalistik und Computerlinguistik aus München, Leipzig, den Niederlanden und Norwegen zusammen. Die Stiftung stellt dafür in den kommenden drei Jahren rund 1.412.000 Euro zur Verfügung.

Alle sieben ausgewählten Vorhaben sind auf drei bis vier Jahre angelegt und erhalten jeweils rund 1,5 Mio. Euro Förderung. Die Initiative "Künstliche Intelligenz ‒ Ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft von morgen" läuft seit 2017, bis heute wurden insgesamt 33,9 Mio. EUR bewilligt. 2022 wird die Initiative inhaltlich weiterentwickelt.

Die Projekte in der Übersicht: 

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Matteo Pasquinelli (Institut für Künstliche Intelligenz und Medienphilosophie, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe); Prof. Dr. Leonardo Impett und Prof. Dr. Noura Al Moubayed (beide Department of Computer Science, Durham University, Großbritannien); Prof. Dr. Claude Draude (Wissenschaftliches Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung, Universität Kassel); Prof. Dr. Fabian Offert (Department of Germanic and Slavic Studies, University of California – Santa Barbara, USA). 

Projektbeteiligte: Prof. Dr.-Ing. Ingo Siegert (Fakultät für Elektro- und Informationstechnik, Universität Magdeburg); Prof. Dr.-Ing. Sebastian Stober (Fakultät für Informatik, Universität Magdeburg), Prof. Dr.-Ing. Sebastian Möller (Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, Technische Universität Berlin); Prof. Dr. Klaus Beier (Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Oliver Hinz (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Universität Frankfurt/Main); Prof. Dr. Yee Lee Shing (Abt. Entwicklungspsychologie, Universität Frankfurt/Main); Prof. Dr. Loriana Pelizzon und Prof. Dr. Tobias Tröger (beide Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung, Frankfurt/Main); Prof. Dr. Gernot Rohde (Universitätsklinikum Frankfurt/Main); Prof. Dr. Kristian Kersting (Fachbereich Informatik, Technische Universität Darmstadt); Prof. Dr. Hendrik Drachsler (Leibniz-Institut für Bildungsforschung und -information, Frankfurt/Main)

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Jens Schröter (Philosophische Fakultät, Abt. Medienwissenschaft, Universität Bonn); PD Dr. Andreas Sudmann (zukünftig Philosophische Fakultät, Abt. Medienwissenschaft, Universität Bonn); Prof. Dr. Anna Echterhölter (Institut für Geschichte, Universität Wien, Österreich); Prof. Dr. Alexander Waibel (Institut für Anthropomatik und Robotik, Karlsruher Institut für Technologie)

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Wolfgang Schulz (Leibniz-Institut für Medienforschung, Hamburg); Prof. Dr. Tilo BöhmannProf. Dr. Ingrid Schirmer und Prof. Dr. Judith Simon (alle Fakultät für Informatik, Universität Hamburg)

Projektbeteiligte: Dr. Stefan Scherbaum (Fakultät Psychologie, Technische Universität Dresden); Dr. Gunter Lösel (Department Darstellende Künste und Film, Zürcher Hochschule der Künste, Schweiz); Prof. Dr. Jonas Kuhn (Elektrotechnik und Informationstechnik, Universität Stuttgart); Prof. Dr. Susanne Nicole Marschall (Philosophische Fakultät, Universität Tübingen) 

  • "Towards Responsible AI in Local Journalism" ‒ Amsterdam (Niederlande), Leipzig, München, Stavanger (Norwegen)

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Neil ThurmanDr. Bartosz Wilczek (beide Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, Ludwig-Maximilians-Universität München); Prof. Dr. Antske Fokkens (Faculty of Humanities & Network Institute, Vrije University Amsterdam, Niederlande); Prof. Dr. Natali Helberger (Faculty of Law, University of Amsterdam, Niederlande), Prof. Dr. Helle Sjøvaag (Department of Media and Social Sciences, University of Stavanger, Norwegen); Prof. Dr. Mario Haim (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Leipzig). Mehr Informationen zum Projekt im Text. 

Weitere Informationen zu der Initiative "Künstliche Intelligenz ‒ Ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft von morgen" der VolkswagenStiftung finden Sie unter https://www.volkswagenstiftung.de/kuenstliche-intelligenz.